Atlas · Dateiablage
Cloudspeicher oder DMS? Erst die Anforderungen, dann das System
Ein Cloudspeicher hält Dateien verfügbar, teilbar und gemeinsam bearbeitbar. Ein Dokumentenmanagementsystem lenkt Dokumente zusätzlich: Status, Prüfung, Freigabe, Aufbewahrung. Beide Begriffe decken sehr verschiedene Produkte ab – deshalb hilft die Frage „Was müssen unsere Dokumente können?“ mehr als jeder Herstellervergleich.
Begriffe
Zwei Begriffe, viele Produkte
Cloudspeicher (Online-Speicher, Zusammenarbeitsplattform) heißt hier: Dateien liegen bei einem Dienst, werden über Ordner oder Bibliotheken organisiert, lassen sich teilen, synchronisieren und – je nach Dienst und Dateiformat – gleichzeitig bearbeiten. Beispiele sind SharePoint und OneDrive, geteilte Ablagen in Google Drive oder selbst betriebene Lösungen wie Nextcloud.
Dokumentenmanagementsystem (DMS) heißt hier: Dokumente werden zusätzlich gelenkt – sie haben einen Status, durchlaufen Prüfung und Freigabe, werden nach Regeln aufbewahrt, archiviert und gelöscht und sind mit Fachanwendungen verbunden. Der Funktionsumfang reicht je nach Produkt von einer Ablage mit Workflow bis zu einem Archivsystem.
Die Grenze ist fließend: Cloudspeicher können Versionierung, Genehmigungen und Aufbewahrungsregeln mitbringen, DMS können Zusammenarbeit bieten. Deshalb ist die Frage selten „entweder – oder“, sondern: welche Anforderungen wo erfüllt werden.
Anforderungen klären
Wie viel Lenkung brauchen Ihre Dokumente?
Acht Fragen zu Ihren Dokumenten – nicht zu Produkten. Je mehr Punkte, desto mehr spricht für Funktionen, die über eine reine Ablage hinausgehen: Status, Freigabe, Aufbewahrungsregeln, Anbindung an Fachanwendungen. Das Ergebnis zeigt, welches Feld Sie zuerst genauer betrachten sollten.
Orientierung, keine Systemauswahl und keine Rechtsberatung. Der Check zählt nur Ihre Antworten. Ihre Antworten werden nur in Ihrem Browser ausgewertet, nicht gespeichert und nicht übertragen.
Alle Fragen als Text
- Brauchen Dokumente einen Status wie Entwurf, geprüft, freigegeben? (Nein · Bei einigen Dokumentarten · Bei vielen)
- Muss nachvollziehbar sein, wer ein Dokument wann freigegeben hat? (Nein · Wünschenswert · Ja, für bestimmte Unterlagen zwingend)
- Dürfen Mitarbeitende nur die jeweils gültige Fassung sehen (z. B. Arbeitsanweisungen)? (Nein · Teilweise · Ja)
- Gibt es Unterlagen mit festen Aufbewahrungsfristen in der Ablage (z. B. Belege, Verträge)? (Nein / liegen woanders · Einige · Viele)
- Müssen Unterlagen nach dem Ablegen unveränderbar sein? (Nein · Weiß ich nicht · Ja)
- Erzeugen oder lesen Fachanwendungen (ERP, CRM, Branchensoftware) Dokumente in der Ablage? (Nein · Eine · Mehrere)
- Kommen viele Dokumente von außen herein, die erfasst und zugeordnet werden müssen (Post, Scans, E-Mail)? (Wenige · Regelmäßig · In großer Menge)
- Wie wichtig ist gleichzeitiges Bearbeiten und Zusammenarbeit mit Externen? (Sehr wichtig · Teils · Kaum)
Kriterien
Zehn Kriterien, an denen sich Systeme unterscheiden
Für jedes Kriterium zählt, wie wichtig es für Ihre Dokumente ist – nicht, welches System die längste Funktionsliste hat. Im Atlas-Modell lassen sich die Kriterien mit Ihrer Ausgangslage verbinden und Varianten nebeneinanderlegen.
Ablage und Struktur
Wie entsteht Ordnung – über Ordner, Bibliotheken, Akten oder Metadaten? Lässt sich ein Dokument mehreren Vorgängen zuordnen, ohne es zu kopieren?
Dokumentlenkung
Gibt es Status, Prüfung und Freigabe? Sehen Lesende nur freigegebene Fassungen? Wird die Freigabe nachvollziehbar festgehalten?
Teilen und externe Zusammenarbeit
Wie arbeiten Externe mit – über Konten, Links, Portale? Lassen sich Zugänge befristen und überblicken?
Aufbewahrung und Löschung
Lassen sich Fristen je Dokumentart hinterlegen? Hat Aufbewahrung Vorrang vor Löschen? Wird nach Fristablauf gelöscht – nachvollziehbar?
Versionierung
Werden frühere Stände je Dokument geführt, wie viele und wie lange? In SharePoint behält die Versionierung laut Microsoft standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen; Grenzen sind einstellbar.
Metadaten
Welche Angaben beschreiben ein Dokument, wer pflegt sie, gibt es feste Begriffe? Lassen sie sich automatisch füllen – und wird das geprüft?
Suche
Findet die Suche Inhalte und Metadaten, auch in Scans? Zeigt sie nur, was die Person öffnen darf?
Integration
Welche Anwendungen müssen Dokumente erzeugen, ablegen oder lesen – E-Mail, ERP, CRM, Scanner, Office? Über welche Schnittstellen?
Zugriffsmodell
Wie werden Rechte vergeben – Gruppen, Rollen, Vererbung, Dokumentstatus? Von wo ist Zugriff möglich? Das Berechtigungsmodell unterscheidet sich je System.
Administrationsaufwand
Wer betreibt das System, wer pflegt Struktur, Rechte und Regeln? Was ist Aufgabe des Anbieters, was bleibt bei Ihnen?
Ausprobieren
Drei Varianten, zehn Kriterien – ohne Gewinner
Im fiktiven Beispielunternehmen stehen drei Varianten zur Wahl: der heutige Dateiserver, Teams und SharePoint für alle Abteilungen und Projekte oder eine hybride Lösung mit DMS für Belege. Wählen Sie ein Kriterium: Sie sehen, was je Variante belegt ist und was Modellannahme ist, welche Anforderungen des Unternehmens das Kriterium betreffen und welche Punkte vor einer Entscheidung zu prüfen sind.
Ihre Ausgangslage: Was spricht wofür?
Fünf Kernfragen, dazu optionale Angaben. Zu jeder Antwort sehen Sie, was für oder gegen Dateiserver, Teams/SharePoint und eine hybride Lösung spricht – und was vorher zu prüfen ist. Eine Empfehlung oder Punktzahl gibt es bewusst nicht.
Gründe aus Ihren Antworten
Noch 5 von 5 Kernfragen offen
Fehlt noch: Wie arbeiten Ihre Mitarbeitenden heute mit Dateien? · Arbeiten Sie mit Externen (z. B. Projektpartnern) an Dokumenten? · An wie vielen Standorten wird gearbeitet? · Müssen Dateien unterwegs oder offline verfügbar sein? · Arbeiten Fachanwendungen direkt mit Dateien der Ablage (z. B. CAD, Exporte aus ERP)?
Dateiserver / Netzlaufwerk
Noch keine Gründe aus den Antworten.
Teams / SharePoint
Noch keine Gründe aus den Antworten.
Hybrid
SharePoint für Zusammenarbeit, Dateiserver oder DMS für Sonderfälle
Noch keine Gründe aus den Antworten.
Modellannahmen in diesem Bereich
- Entscheidungstabelle für die Speicherortwahl (Fachanwendungen mit Laufwerkspfaden, Externe, Standorte, Zugriff unterwegs) – vereinfachte, offen dokumentierte Regel; keine Punktzahl, keine Produktempfehlung
Gründe aus einer offen dokumentierten Entscheidungsregel, keine Punktzahl und keine Produktempfehlung. Entscheiden muss das Unternehmen. Ihre Antworten bleiben in diesem Browser.
Varianten im Beispielunternehmen nach Kriterien
Teilen und externe Zusammenarbeit
Wie arbeiten Externe mit?
Anforderungen im Modell: Zusammenarbeit mit externen Projektpartnern (Muss)
- 3 externe Personen im Modell (davon 2 Gäste).
Ist: Dateiserver (Netzlaufwerke) + Teams für Projekt Alpha
ModellannahmeExterne brauchen ein Konto im Verzeichnis und einen Netzzugang (z. B. VPN); nach außen werden dann Kopien genutzt, etwa per E-Mail oder über getrennte Austauschwege.
- 2 Gäste arbeiten nicht über den Dateiserver – für sie ist ein zweiter Weg nötig (im Modell: Teams-Website „Projekt Alpha“).
Ziel: Teams/SharePoint je Abteilung und Projekt
mit QuelleFreigabe an Gäste und über Links (bestimmte Personen, Organisation, Jeder); je Website über die externe Freigabe steuerbar.
- Gastzugänge befristen und regelmäßig rezertifizieren; Linktypen je Website festlegen.
Alternative: Teams/SharePoint für Zusammenarbeit, DMS für Belege, Dateiserver für CAD
ModellannahmeZusammenarbeit mit Externen in Websites wie in der SharePoint-Variante; DMS-Bestände bleiben intern oder nutzen die Freigabefunktion des Produkts.
- Gastzugänge befristen und regelmäßig rezertifizieren; Linktypen je Website festlegen.
Annahmen der Varianten
- Ist: Dateiserver (Netzlaufwerke) + Teams für Projekt Alpha: Auf dem Dateiserver sind Schattenkopien für freigegebene Ordner aktiviert (nicht geprüft).
- Ist: Dateiserver (Netzlaufwerke) + Teams für Projekt Alpha: Mobile Mitarbeitende erreichen den Dateiserver nur über VPN.
- Ziel: Teams/SharePoint je Abteilung und Projekt: Die vorhandenen Microsoft-365-Lizenzen umfassen SharePoint Online, OneDrive und Teams (nicht geprüft).
- Ziel: Teams/SharePoint je Abteilung und Projekt: Aufbewahrungsrichtlinien in Microsoft 365 hängen vom Lizenzumfang ab; Verfügbarkeit ist zu prüfen.
- Alternative: Teams/SharePoint für Zusammenarbeit, DMS für Belege, Dateiserver für CAD: Das DMS in der Variante „hybrid/DMS“ ist eine Produktkategorie, kein bestimmtes Produkt; Funktionsumfang wird je Produkt geprüft.
- Alternative: Teams/SharePoint für Zusammenarbeit, DMS für Belege, Dateiserver für CAD: Die vorhandenen Microsoft-365-Lizenzen umfassen SharePoint Online, OneDrive und Teams (nicht geprüft).
Offene Entscheidung im Modell: Welche Ablagearchitektur soll das Ziel sein?
Lehrbeispiel auf einem fiktiven Atlas-Modell. Die Ergebnisse rechnet der Atlas-Modellkern nach vereinfachten, dokumentierten Regeln; sie ersetzen keine Prüfung Ihrer Umgebung. Gegenüberstellung von Ablage-Archetypen – keine Produktempfehlung und keine Gesamtbewertung. Aussagen „mit Quelle“ sind über die angegebene Herstellerdokumentation belegt; „Modellannahme“ kennzeichnet vereinfachte bzw. typische, produktabhängige Eigenschaften. Fiktives Beispielunternehmen. Alle Namen, Rollen, Gruppen und Strukturen sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung; keine echten Kunden- oder Personendaten.
Alle Kriterien als Tabelle
| Kriterium | Ist: Dateiserver (Netzlaufwerke) + Teams für Projekt Alpha | Ziel: Teams/SharePoint je Abteilung und Projekt | Alternative: Teams/SharePoint für Zusammenarbeit, DMS für Belege, Dateiserver für CAD |
|---|---|---|---|
| Ablage und Struktur | Hierarchische Ordnerstruktur auf Freigaben; die Ordnung entsteht über Pfade und Namenskonventionen. [Modellannahme] | Websites (z. B. je Team oder Projekt) mit Dokumentbibliotheken; Ordner sind möglich, zusätzlich ordnen Spalten und Ansichten. [mit Quelle] | Zusammenarbeit in Websites und Bibliotheken; gelenkte Dokumente (z. B. Belege) in Akten bzw. Dokumentklassen eines DMS. [Modellannahme] |
| Dokumentlenkung (Muss) | Keine eingebaute Dokumentlenkung; Status und Freigabe nur organisatorisch (z. B. Ordner „Entwurf/Freigegeben“, Namensregeln). [Modellannahme] Prüfpunkte: Genehmigungen (Freigabe Eingangsrechnung (Vier-Augen)) laufen außerhalb der Ablage – Nachweis klären. | Berechtigung „Elemente genehmigen“ und Stufe „Genehmigen“ sind vorhanden; weitergehende Abläufe über zusätzliche Automatisierung. [mit Quelle] | Dokumentstatus und Freigabeschritte sind typische Kernfunktionen eines DMS (Umfang produktabhängig). [Modellannahme] |
| Teilen und externe Zusammenarbeit (Muss) | Externe brauchen ein Konto im Verzeichnis und einen Netzzugang (z. B. VPN); nach außen werden dann Kopien genutzt, etwa per E-Mail oder über getrennte Austauschwege. [Modellannahme] Prüfpunkte: 2 Gäste arbeiten nicht über den Dateiserver – für sie ist ein zweiter Weg nötig (im Modell: Teams-Website „Projekt Alpha“). | Freigabe an Gäste und über Links (bestimmte Personen, Organisation, Jeder); je Website über die externe Freigabe steuerbar. [mit Quelle] Prüfpunkte: Gastzugänge befristen und regelmäßig rezertifizieren; Linktypen je Website festlegen. | Zusammenarbeit mit Externen in Websites wie in der SharePoint-Variante; DMS-Bestände bleiben intern oder nutzen die Freigabefunktion des Produkts. [Modellannahme] Prüfpunkte: Gastzugänge befristen und regelmäßig rezertifizieren; Linktypen je Website festlegen. |
| Aufbewahrung und Löschung (Muss) | Über Sicherung und organisatorische Regeln; Ablauf von Dateien nach Klassifizierung mit FSRM-Dateiverwaltungsaufgaben möglich. [mit Quelle] Prüfpunkte: Fristen und Löschregeln für Daten mit hohem Schutzbedarf mit Datenschutz/Fachbereich festlegen (keine Rechtsberatung). | Aufbewahrungsrichtlinien und -bezeichnungen (Microsoft Purview) für SharePoint und OneDrive. [mit Quelle] Prüfpunkte: Fristen und Löschregeln für Daten mit hohem Schutzbedarf mit Datenschutz/Fachbereich festlegen (keine Rechtsberatung). | Fristen je Dokumentklasse sind typische DMS-Funktion; Anforderungen an die Archivierung (z. B. Unveränderbarkeit) sind produkt- und verfahrensabhängig und gesondert zu prüfen. [Modellannahme] Prüfpunkte: Fristen und Löschregeln für Daten mit hohem Schutzbedarf mit Datenschutz/Fachbereich festlegen (keine Rechtsberatung). |
| Versionierung (Muss) | Keine Dokumentversionierung; frühere Stände über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, nicht jede Speicherung). [mit Quelle] | Versionsverlauf in Dokumentbibliotheken; Grenzen (Anzahl/Alter) auf Organisations-, Website- und Bibliotheksebene einstellbar. [mit Quelle] | Versionsverlauf in Bibliotheken; Versionierung im DMS produktabhängig (meist mit Status verknüpft). [Modellannahme] |
| Metadaten (Soll) | Primär über Pfad und Dateiname; Klassifizierungseigenschaften über die File Classification Infrastructure (FSRM) möglich. [mit Quelle] | Spalten (Metadaten) und Ansichten in Bibliotheken. [mit Quelle] | Metadaten je Dokumentklasse (auch als Pflichtfelder) als typische DMS-Funktion; in Bibliotheken über Spalten. [Modellannahme] |
| Suche (Soll) | Hängt von der Indexierung auf Server und Arbeitsplatz ab – im Modell nicht erfasst, als Prüfpunkt erheben. [Modellannahme] | Suche über Websites und Bibliotheken; Microsoft 365 Copilot nutzt nur Inhalte, die die Person mindestens lesen darf – unpassende Berechtigungen werden dadurch sichtbarer. [mit Quelle] | Suche getrennt je System (Websites bzw. DMS), sofern nicht verbunden – als Prüfpunkt erheben. [Modellannahme] |
| Integration (Muss) | Anwendungen greifen über Laufwerkspfade zu – passend für Anwendungen, die feste Dateipfade erwarten. [Modellannahme] | Teams-Dateien liegen in SharePoint; Anwendungen, die feste Laufwerkspfade oder Dateiverweise erwarten, sind vorab zu prüfen. [mit Quelle] Prüfpunkte: „CAD-Anwendung (Beispiel)“: Arbeitsweise mit Dateipfaden/Verweisen vor einer Verlagerung prüfen. | Schnittstellen zu ERP und Scan (z. B. Rechnungseingang) sind typische DMS-Integration (produktabhängig); pfadbasierte Anwendungen können beim Dateiserver bleiben. [Modellannahme] |
| Zugriffsmodell (Muss) | Im Firmennetz bzw. über Standortkopplung/VPN; Freigabe- und NTFS-Berechtigungen wirken zusammen, die restriktivere gilt; Verweigern und Vererbung nach ACE-Reihenfolge. [mit Quelle] Prüfpunkte: Zugriff vom zweiten Standort hängt an der Standortkopplung (Standortkopplung Süd ↔ Nord (VPN)). | Mit Anmeldung über das Internet; Vererbung Website → Bibliothek → Ordner → Datei; eigene Berechtigungen und Freigaben unterbrechen sie. [mit Quelle] Prüfpunkte: 2 NTFS-Ordner mit deaktivierter Vererbung: Berechtigungen vor einer Migration neu entwerfen statt 1:1 übertragen (Plattformen sind nicht gleichwertig). Explizites Verweigern (NTFS) hat in SharePoint keine Entsprechung im Modell – Zielstruktur so schneiden, dass es nicht gebraucht wird. | Zwei Berechtigungsmodelle (Websites und DMS-Rollen) – Rollen und Gruppen müssen über beide Systeme konsistent bleiben. [Modellannahme] Prüfpunkte: 2 NTFS-Ordner mit deaktivierter Vererbung: Berechtigungen vor einer Migration neu entwerfen statt 1:1 übertragen (Plattformen sind nicht gleichwertig). Explizites Verweigern (NTFS) hat in SharePoint keine Entsprechung im Modell – Zielstruktur so schneiden, dass es nicht gebraucht wird. |
| Administrationsaufwand (Soll) | Server, Betriebssystem, Sicherung und Berechtigungen im eigenen Betrieb; Aufwand steigt mit unterbrochener Vererbung und Direktrechten. [Modellannahme] Prüfpunkte: Bestehende Ausnahmen (Direktrechte, unterbrochene Vererbung) bleiben im Betrieb erhalten und sind zu dokumentieren. | Kein eigener Dateiserver für diese Ablage; Aufwand verlagert sich auf Governance (Websites, Gäste, Links, Lebenszyklus). [Modellannahme] | Mehrere Ablagesysteme mit eigenen Regeln – jedes passend zum Zweck, dafür mehr Abstimmung und Schulung. [Modellannahme] Prüfpunkte: Rollen- und Gruppenmodell für mehrere Systeme festlegen (wer pflegt was). |
- Microsoft Learn: Understanding permission levels in SharePoint (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Leitfaden zur modernen SharePoint-Oberfläche (Bibliotheken, Spalten, Ansichten) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Freigabelinks (Jeder, bestimmte Personen, Organisation) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Externe Freigabe aktivieren oder deaktivieren (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: File Server Resource Manager (FSRM) overview (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Learn about retention policies & labels (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Volume Shadow Copy Service (Abschnitt Shadow Copies of Shared Folders) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Version history limits for document library and OneDrive overview (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Daten, Datenschutz und Sicherheit für Microsoft 365 Copilot (nur Daten mit mindestens Leseberechtigung) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Teams-verbundene SharePoint-Websites (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn (archiviert, Windows Server 2008): Share and NTFS Permissions on a File Server (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Order of ACEs in a DACL (abgerufen 2026-11-02)
- Modellannahme: generisches DMS-Rollenmodell (Leser · Bearbeiter · Freigeber · Verwalter, Vererbung über Ablagestruktur, Dokumentstatus) – produktabhängig, keine Herstellerbeschreibung
Berechtigungen
Jedes System hat sein eigenes Berechtigungsmodell
Wer zwischen Systemen wechselt oder mehrere kombiniert, muss Rechte für jedes System eigens entwerfen. Drei Beispiele zeigen, wie verschieden die Modelle sind:
- Windows-Dateiserver: Freigabe- und NTFS-Rechte, Zulassen und Verweigern, Vererbung je Ordner.
- SharePoint: Berechtigungsstufen für Gruppen und Personen, Vererbung von der Website, Freigabelinks, keine Verweigern-Stufe.
- Geteilte Ablagen in Google Drive: fünf Zugriffsebenen – Administrator, Content-Manager, Beitragender, Kommentator, Betrachter. Wer eine eigene Datei in eine geteilte Ablage verschiebt, bleibt laut Google Ersteller, ist aber nicht mehr Eigentümer.
- Nextcloud: Teilen mit Benutzern, Gruppen, Teams und per Link; Team folders mit Rechten je Gruppe und optional je Datei und Ordner.
Ein DMS kann das um den Dokumentstatus ergänzen: Ein Entwurf ist nur für Bearbeitende sichtbar, ein archiviertes Dokument nur noch lesbar. Wie die Modelle rechnen, zeigt Berechtigungsarchitektur.
Aufbewahrung
Archivierung und Fristen: was technisch dazugehört
Der IT-Grundschutz des BSI beschreibt Archivierung als Teil des Dokumentenmanagements: Dokumente sollen bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist verfügbar, vertraulich und unverändert bleiben, ihr Kontext muss erhalten bleiben. Verlangt werden unter anderem ein Archivierungskonzept, eine einheitliche Indizierung, protokollierte Zugriffe und eindeutig interpretierbare Datenformate (Baustein OPS.1.2.2, Edition 2023).
Eine Datensicherung ist dafür kein Ersatz: Sie dient der Wiederherstellung nach Verlust, nicht der langfristigen, unveränderbaren Aufbewahrung (Baustein CON.3). Umgekehrt ersetzt eine Aufbewahrungsregel in der Ablage keine Datensicherung.
Für steuerlich relevante Unterlagen besteht eine Aufbewahrungspflicht nach der Abgabenordnung (§ 147 AO), für Handelsbücher, Handelsbriefe und Buchungsbelege zusätzlich nach dem Handelsgesetzbuch (§ 257 HGB). Wie Bücher, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form zu führen und aufzubewahren sind, beschreibt das Bundesfinanzministerium in den GoBD (BMF-Schreiben; 2. Änderung vom 14. Juli 2025). Wie lange, hängt von der Unterlagenart ab; welche Fristen für Ihre Dokumente gelten, klärt Ihre Steuerberatung. Für personenbezogene Daten gilt zugleich der Grundsatz, nicht länger als nötig zu speichern – wie Aufbewahrung und Löschung technisch zusammenspielen, zeigt Aufbewahrung und Löschung. Ob ein System die Anforderungen an eine ordnungsmäßige elektronische Aufbewahrung erfüllt, ist eine Frage für Steuer- bzw. Rechtsberatung und den Hersteller – keine, die diese Seite beantwortet.
Ausprobieren
Ein Dokument vom Entwurf bis zur Löschung
Führen Sie ein Dokument durch fünf Stufen – in SharePoint, auf dem Dateiserver und in einem DMS (als Produktkategorie modelliert). Je Stufe sehen Sie, wer es sieht und was mit Versionen, Aufbewahrung und Löschung geschieht. Für SharePoint lässt sich zusätzlich eine Aufbewahrungsrichtlinie oder -bezeichnung zuschalten. Über „Nächster Schritt“ führen Sie das Dokument weiter und sehen, wer den Schritt ausführen darf und was ihn sperrt. Eine Aufbewahrungsfrist tragen Sie selbst ein – welche Fristen gelten, legt Ihr Unternehmen mit seiner Steuer- oder Rechtsberatung fest, der Explorer schlägt keine vor.
Datei in der Bibliothek der Teams-Website „Projekt Alpha“ (Ordner mit eigenen Berechtigungen).
Angebot-Entwurf.docx · SharePoint / Teams
Entwurf: 4 von 33 Personen sehen das Dokument
Sichtbarkeit
- Die Stufe ändert in SharePoint ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen; Status über Spalte oder Genehmigung („Elemente genehmigen“). Quelle: Microsoft Learn: Understanding permission levels in SharePoint · Modellannahme
Versionen
- Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). Quelle: Microsoft Learn: Learn about retention for SharePoint and OneDrive (Preservation Hold Library, Versionen, Versionsgrenzen unter Aufbewahrungsrichtlinie ignoriert) · Microsoft Learn: Version history limits for document library and OneDrive overview
Wer sieht das Dokument?
- Greta Geschäftsführung: Vollzugriff
- Viktor Vertriebsleitung: Schreiben · Bearbeiten
- Valentin Vertrieb: Schreiben · Bearbeiten
- Ida IT: Vollzugriff
Modellannahmen in diesem Bereich
- Lebenszyklusstufen Entwurf → Prüfung → freigegeben → archiviert → gelöscht; auf Dateiserver und SharePoint ändert der Status ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen
Lehrbeispiel auf einem fiktiven Atlas-Modell. Die Ergebnisse rechnet der Atlas-Modellkern nach vereinfachten, dokumentierten Regeln; sie ersetzen keine Prüfung Ihrer Umgebung. Aufbewahrungsfristen legt Ihr Unternehmen fest; keine Rechts- oder Steuerberatung. Fiktives Beispielunternehmen. Alle Namen, Rollen, Gruppen und Strukturen sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung; keine echten Kunden- oder Personendaten.
Alle Stufen als Text
| Ablage | Stufe | sichtbar für | Hinweise |
|---|---|---|---|
| SharePoint: Angebotsentwurf | Entwurf | 4 Personen | Sichtbarkeit: Die Stufe ändert in SharePoint ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen; Status über Spalte oder Genehmigung („Elemente genehmigen“). Versionen: Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). |
| SharePoint: Angebotsentwurf | Prüfung | 4 Personen | Sichtbarkeit: Die Stufe ändert in SharePoint ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen; Status über Spalte oder Genehmigung („Elemente genehmigen“). Versionen: Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). |
| SharePoint: Angebotsentwurf | freigegeben | 4 Personen | Sichtbarkeit: Die Stufe ändert in SharePoint ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen; Status über Spalte oder Genehmigung („Elemente genehmigen“). Versionen: Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). |
| SharePoint: Angebotsentwurf | archiviert | 4 Personen | Sichtbarkeit: Die Stufe ändert in SharePoint ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen; Status über Spalte oder Genehmigung („Elemente genehmigen“). Versionen: Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). |
| SharePoint: Angebotsentwurf | gelöscht | 0 Personen | Versionen: Versionsverlauf in der Bibliothek; standardmäßig mindestens 500 Hauptversionen, Grenzen auf Organisations-, Website- oder Bibliotheksebene einstellbar. Versionen über der Grenze werden endgültig gelöscht (nicht über den Papierkorb). Löschung: Gelöscht: zunächst im Papierkorb; über erste und zweite Stufe zusammen 93 Tage wiederherstellbar, danach endgültig gelöscht – sofern keine Aufbewahrung oder kein Hold greift. |
| Dateiserver: Preisliste | Entwurf | 14 Personen | Sichtbarkeit: Auf dem Dateiserver ist der Status rein organisatorisch (Ordner oder Dateiname) – die Berechtigungen bleiben gleich. Versionen: Keine Dokumentversionen; frühere Stände nur über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, falls aktiviert) oder die Sicherung. |
| Dateiserver: Preisliste | Prüfung | 14 Personen | Sichtbarkeit: Auf dem Dateiserver ist der Status rein organisatorisch (Ordner oder Dateiname) – die Berechtigungen bleiben gleich. Versionen: Keine Dokumentversionen; frühere Stände nur über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, falls aktiviert) oder die Sicherung. |
| Dateiserver: Preisliste | freigegeben | 14 Personen | Sichtbarkeit: Auf dem Dateiserver ist der Status rein organisatorisch (Ordner oder Dateiname) – die Berechtigungen bleiben gleich. Versionen: Keine Dokumentversionen; frühere Stände nur über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, falls aktiviert) oder die Sicherung. |
| Dateiserver: Preisliste | archiviert | 14 Personen | Sichtbarkeit: Auf dem Dateiserver ist der Status rein organisatorisch (Ordner oder Dateiname) – die Berechtigungen bleiben gleich. Versionen: Keine Dokumentversionen; frühere Stände nur über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, falls aktiviert) oder die Sicherung. |
| Dateiserver: Preisliste | gelöscht | 0 Personen | Versionen: Keine Dokumentversionen; frühere Stände nur über Schattenkopien freigegebener Ordner (Zeitpunkte, falls aktiviert) oder die Sicherung. Löschung: Gelöscht: Wiederherstellung über Schattenkopien freigegebener Ordner (falls aktiviert) oder über die Sicherung. |
| DMS: Eingangsrechnung | Entwurf | 9 Personen | Sichtbarkeit: Entwurf/Prüfung: nur Bearbeitende, Freigebende und Verwaltende sehen das Dokument; Lesende erst nach Freigabe. Versionen: Versionierung und Bindung an den Status sind produktabhängig. |
| DMS: Eingangsrechnung | Prüfung | 9 Personen | Sichtbarkeit: Entwurf/Prüfung: nur Bearbeitende, Freigebende und Verwaltende sehen das Dokument; Lesende erst nach Freigabe. Sichtbarkeit: Freigabe möglich durch: 6 Person(en). Versionen: Versionierung und Bindung an den Status sind produktabhängig. |
| DMS: Eingangsrechnung | freigegeben | 12 Personen | Versionen: Versionierung und Bindung an den Status sind produktabhängig. |
| DMS: Eingangsrechnung | archiviert | 12 Personen | Sichtbarkeit: Archiviert: nur noch lesend (Verwaltende ausgenommen). Versionen: Versionierung und Bindung an den Status sind produktabhängig. |
| DMS: Eingangsrechnung | gelöscht | 0 Personen | Versionen: Versionierung und Bindung an den Status sind produktabhängig. Löschung: Löschung nach Ablauf der Frist je Dokumentklasse ist typische DMS-Funktion; Ablauf produktabhängig. |
- Modellannahme: Lebenszyklusstufen Entwurf → Prüfung → freigegeben → archiviert → gelöscht; auf Dateiserver und SharePoint ändert der Status ohne zusätzliche Konfiguration keine Berechtigungen
- Microsoft Learn: Understanding permission levels in SharePoint (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Learn about retention for SharePoint and OneDrive (Preservation Hold Library, Versionen, Versionsgrenzen unter Aufbewahrungsrichtlinie ignoriert) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Version history limits for document library and OneDrive overview (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Support: Elemente im Papierkorb wiederherstellen (SharePoint: 93 Tage, zweite Stufe für den Rest der 93 Tage) (abgerufen 2026-11-02)
- Microsoft Learn: Volume Shadow Copy Service (Abschnitt Shadow Copies of Shared Folders) (abgerufen 2026-11-02)
- Modellannahme: generisches DMS-Rollenmodell (Leser · Bearbeiter · Freigeber · Verwalter, Vererbung über Ablagestruktur, Dokumentstatus) – produktabhängig, keine Herstellerbeschreibung
Angebot
Unterstützung durch ENTDECKE
Ein eigenes Dokumentenmanagementsystem bieten wir nicht an. Wir helfen, Anforderungen zu klären – und setzen um, was wir anbieten.
Aufbewahrungs- und Löschregeln technisch umsetzen
Im technischen Datenschutz: Regeln in Anwendungen, Ablagen und Sicherungen wirksam machen.
Schulungen zu SharePoint und OneDrive
Versionen, Teilen und Ablage im Alltag.
Systemvergleich anhand Ihrer Anforderungen
Anforderungen erheben, Varianten herstellerneutral gegenüberstellen – als Beratung, individuell beauftragbar.
Häufige Fragen
Ist SharePoint ein DMS?
SharePoint bringt Funktionen mit, die man von einem DMS erwartet – Versionierung, Inhaltstypen, Genehmigungen, Aufbewahrungsregeln. Ob das für Ihre Dokumente genügt, hängt von den Anforderungen an Lenkung, Integration und Archivierung ab. Der Begriff allein entscheidet nichts.
Brauchen wir für Belege ein eigenes System?
Nicht unbedingt. Laufen Belege über eine Buchhaltungs- oder ERP-Anwendung, archiviert diese sie unter Umständen selbst oder übergibt sie an ein Archiv. Bevor ein weiteres System angeschafft wird, lohnt der Blick, wo Belege heute entstehen und bleiben – und was Ihre Steuerberatung verlangt.
Können Cloudspeicher und DMS nebeneinander bestehen?
Ja, das ist verbreitet: Zusammenarbeit im Cloudspeicher, gelenkte Dokumentarten im DMS. Wichtig ist eine klare Regel, welches Dokument wohin gehört und wann es vom einen ins andere wechselt – sonst entstehen Dubletten.
Welches Produkt empfehlen Sie?
Keines pauschal. Wir vergleichen Varianten anhand Ihrer Anforderungen und benennen Annahmen und offene Punkte. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.
Anforderungen klären, bevor Sie auswählen
Wir sammeln mit Ihnen, was Ihre Dokumente können müssen, und legen Varianten nebeneinander – ohne Herstellerbindung. Telefon 07131-618726-0.