Sichere Anmeldung · Passwortmanagement
Zentrales Passwortmanagement: teilen, ohne die Kontrolle abzugeben.
Ein Passwortmanager im Unternehmen ist mehr als ein sicherer Speicher. Er entscheidet, wer welche Zugänge sieht, was beim Teamwechsel und Austritt passiert und wie Sie im Notfall wieder hineinkommen. Diese Seite erklärt das Modell dahinter – zum Ausprobieren.
Worum es geht
Ein Unternehmens-Passwortmanager ist ein Berechtigungssystem für Geheimnisse: Er regelt nicht nur, wo Passwörter liegen, sondern wer sie sehen, nutzen und weitergeben darf.
Die Technik übernimmt Verschlüsselung, Synchronisierung und Ausfüllen. Ob das Modell trägt, entscheidet die Organisation: sinnvoll geschnittene Tresore, Freigaben über Teams, Vertretungen, geregelte Austritte und ein getesteter Notfallweg.
Bestandsaufnahme
Vier Arten von Zugängen – vier verschiedene Regeln
Wer Passwortmanagement einführt, sortiert zuerst. Nicht jeder Zugang gehört in denselben Tresor, und nicht jeder gemeinsame Zugang sollte gemeinsam bleiben.
Persönliche Unternehmenskonten
Konten, die genau einer Person gehören: E-Mail, CRM, Fachanwendung. Gehören in den persönlichen Tresor – oder besser gar nicht mehr in den Passwortmanager, wenn die Anmeldung über Single Sign-on oder Passkeys läuft.
- Wird beim Austritt mit dem Konto gesperrt
- Kein Teilen nötig
Gemeinsam genutzte Konten
Konten, die ein Dienst nur einmal vergibt: Social-Media-Auftritt, Lieferantenportal, Ausstellerkonto. Der IT-Grundschutz verlangt, dass jede Kennung eindeutig einer Person zugeordnet ist, und sieht vor zu kontrollieren, dass nicht mehrere unter derselben Kennung arbeiten (BSI ORP.4: A1 als Muss-, A14 als Soll-Anforderung). Gemeinsame Konten sind deshalb die bewusst dokumentierte Ausnahme – wo ein Dienst persönliche Konten oder Delegation anbietet, sind diese vorzuziehen.
- Freigabe über Teams, nicht per Nachricht
- Bei Austritt Passwort ändern
Administrative und technische Zugänge
Firewall, Server, Domain, Datensicherung, Dienstkonten. Wenige Personen, hoher Schutzbedarf, je nach Betreuung auch externe Dienstleister.
- Eigener Tresor, wenig Klartext-Rechte
- Vertragsende Externer mitdenken
Notfall- und Wiederherstellungszugänge
Notfallkonten, Wiederherstellungscodes, Zugang zum Passwortmanager selbst. Werden selten gebraucht – und dann dringend.
- Getrennt, klein, protokolliert
- Protokolle enthalten personenbezogene Daten: Zweck und Aufbewahrung festlegen
- Regelmäßig testen
Tresor-Explorer
Wer kommt an welches Passwort – und warum?
Ein Beispielbetrieb mit vier Teams, einem externen IT-Dienstleister und sechs Tresoren. Wählen Sie eine Person, ein Team, einen Tresor oder einen Eintrag: Wirksame Rechte, Wege („über Team …“, „direkt“) und Befunde werden aus dem Modell berechnet – sie stehen nirgends zusätzlich im Text.
| PersonenTresore → | ||||||
| Verw.Verwalten, über Team Geschäftsführung | Verw.Verwalten, über Team Geschäftsführung | Verw.Verwalten, über Team Geschäftsführung | Verw.Verwalten, über Team Geschäftsführung | Verw.Verwalten, über Team Geschäftsführung | kein Zugriff | |
| NutzenNutzen, über Team Buchhaltung | Verw.Verwalten, direkt freigegeben, über Team Buchhaltung | kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | |
| NutzenNutzen, über Team Buchhaltung | Bearb.Bearbeiten, über Team Buchhaltung | kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | |
| NutzenNutzen, über Team Vertrieb & Marketing | kein Zugriff | Bearb.Bearbeiten, über Team Vertrieb & Marketing | kein Zugriff | kein Zugriff | Verw.Verwalten, Eigentum | |
| NutzenNutzen, über Team Vertrieb & Marketing | kein Zugriff | Bearb.Bearbeiten, über Team Vertrieb & Marketing | kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | |
| Verw.Verwalten, über Team IT-Administration | kein Zugriff | kein Zugriff | Verw.Verwalten, über Team IT-Administration | Verw.Verwalten, über Team IT-Administration | kein Zugriff | |
| kein Zugriff | kein Zugriff | kein Zugriff | Bearb.Bearbeiten, direkt freigegeben | kein Zugriff | kein Zugriff |
- NutzenNutzen Eintrag ausfüllen lassen; das Passwort wird nicht angezeigt.
- AnzeigenAnzeigen Passwort im Klartext anzeigen und kopieren.
- Bearb.Bearbeiten Einträge anlegen, ändern und Passwörter erneuern.
- Verw.Verwalten Zusätzlich Freigaben und Mitglieder des Tresors ändern.
Befunde aus dem Modell (5)
- Direktfreigabe an eine PersonBuchhaltung – Leitung BuchhaltungNicht falsch, aber leicht zu übersehen: Teamfreigaben folgen der Teamzugehörigkeit, Direktfreigaben nicht. Beim Wechsel, Austritt oder Vertragsende ausdrücklich prüfen.
- Nur eine verwaltende PersonVertrieb & Marketing – GeschäftsführungIst diese Person krank, im Urlaub oder ausgeschieden, kann niemand Freigaben ändern oder neue Mitglieder aufnehmen. Mindestens zwei Verwaltende je gemeinsamem Tresor einplanen.
- Direktfreigabe an eine PersonNetzwerk & Server – Externer IT-DienstleisterNicht falsch, aber leicht zu übersehen: Teamfreigaben folgen der Teamzugehörigkeit, Direktfreigaben nicht. Beim Wechsel, Austritt oder Vertragsende ausdrücklich prüfen.
- Firmenzugang im persönlichen TresorPersönlich: Außendienst: Messeportal (Ausstellerkonto der Firma) – AußendienstBei Abwesenheit oder Austritt ist der Zugang nicht erreichbar – dann bleibt unter Umständen nur die Wiederherstellung über den Anbieter des Dienstes. Firmenzugänge gehören in einen gemeinsamen Tresor.
- Externe sehen Geheimnisse mit hohem SchutzbedarfNetzwerk & Server: Firewall-Administration, Domain und DNS beim Registrar – Externer IT-DienstleisterKann für die Betreuung nötig sein. Dann bewusst entscheiden, im Vertrag regeln und beim Vertragsende alle betroffenen Zugangsdaten erneuern.
Vereinfachtes Lernmodell mit einem Beispielbetrieb – keine Nachbildung eines bestimmten Passwortmanagers, keine Live-Daten. Rollenbezeichnungen und Rechte unterscheiden sich je nach Produkt; manche Produkte erlauben Freigaben einzelner Einträge, Ordner oder zeitlich begrenzte Zugriffe, die hier nicht abgebildet sind.
Tresormodell als Text
Rollen:
- Nutzen: Eintrag ausfüllen lassen; das Passwort wird nicht angezeigt.
- Anzeigen: Passwort im Klartext anzeigen und kopieren.
- Bearbeiten: Einträge anlegen, ändern und Passwörter erneuern.
- Verwalten: Zusätzlich Freigaben und Mitglieder des Tresors ändern.
Tresore:
- Allgemein (Gemeinsam): Zugänge, die alle Mitarbeitenden brauchen, aber niemand sehen muss – etwa das Webportal der Drucker oder das Kundenkonto beim Paketdienst. Buchhaltung und Vertrieb haben hier nur das Recht „Nutzen“: Einträge ausfüllen lassen, ohne das Passwort zu sehen. Einträge: Drucker-Webportal, Kundenkonto Paketdienst.
- Buchhaltung (Gemeinsam): Zugänge der Buchhaltung. Die Leitung der Buchhaltung verwaltet den Tresor mit – per Direktfreigabe, weil es kein Team „Teamleitungen“ gibt. Die IT-Administration hat hier bewusst keinen Zugriff. Einträge: Lieferantenportal Großhandel, Portal Lohnabrechnung (hoher Schutzbedarf).
- Vertrieb & Marketing (Gemeinsam): Gemeinsam genutzte Unternehmenskonten von Vertrieb und Marketing. Verwalten kann nur die Geschäftsführung – fällt sie aus, kann niemand Freigaben ändern. Einträge: Social-Media-Unternehmenskonto, Newsletter-Werkzeug.
- Netzwerk & Server (Gemeinsam): Administrative Zugänge zur Infrastruktur. Der externe Dienstleister ist direkt freigegeben und kann Einträge bearbeiten – fachlich nachvollziehbar, aber eine bewusste Entscheidung: befristen, regelmäßig überprüfen, beim Vertragsende Freigabe entfernen und Zugangsdaten erneuern. Einträge: Firewall-Administration (hoher Schutzbedarf), Domain und DNS beim Registrar (hoher Schutzbedarf), Datensicherung (NAS).
- Notfall (Notfall): Notfallkonto und Wiederherstellungscodes. Nur zwei Personen kommen heran; jede Nutzung ist ein dokumentiertes Ereignis, danach werden die Zugangsdaten erneuert. Einträge: Notfallkonto Cloud-Verwaltung (hoher Schutzbedarf), Wiederherstellungscodes (hoher Schutzbedarf).
- Persönlich: Außendienst (Persönlich): Der persönliche Tresor einer Person. Im Modell kommt niemand sonst hinein; je nach Produkt kann eine Kontowiederherstellung durch die Administration aber Zugriff ermöglichen – das gehört in die Nutzungsregeln. Gut für persönliche Konten, ungeeignet für Zugänge, die dem Unternehmen gehören. Einträge: Messeportal (Ausstellerkonto der Firma) (Unternehmenszugang), Eigene Anmeldung CRM.
Wirksame Rechte: Person × Tresor (stärkstes Recht über alle Wege):
- Geschäftsführung (Geschäftsführung): Allgemein – Verwalten (über Team Geschäftsführung); Buchhaltung – Verwalten (über Team Geschäftsführung); Vertrieb & Marketing – Verwalten (über Team Geschäftsführung); Netzwerk & Server – Verwalten (über Team Geschäftsführung); Notfall – Verwalten (über Team Geschäftsführung).
- Leitung Buchhaltung (Buchhaltung): Allgemein – Nutzen (über Team Buchhaltung); Buchhaltung – Verwalten (direkt freigegeben, über Team Buchhaltung).
- Sachbearbeitung Buchhaltung (Buchhaltung): Allgemein – Nutzen (über Team Buchhaltung); Buchhaltung – Bearbeiten (über Team Buchhaltung).
- Außendienst (Vertrieb & Marketing): Allgemein – Nutzen (über Team Vertrieb & Marketing); Vertrieb & Marketing – Bearbeiten (über Team Vertrieb & Marketing); Persönlich: Außendienst – Verwalten (Eigentum).
- Marketing (Teilzeit) (Vertrieb & Marketing): Allgemein – Nutzen (über Team Vertrieb & Marketing); Vertrieb & Marketing – Bearbeiten (über Team Vertrieb & Marketing).
- IT-Administration (intern) (IT-Administration): Allgemein – Verwalten (über Team IT-Administration); Netzwerk & Server – Verwalten (über Team IT-Administration); Notfall – Verwalten (über Team IT-Administration).
- Externer IT-Dienstleister: Netzwerk & Server – Bearbeiten (direkt freigegeben).
Befunde aus dem Modell:
- Direktfreigabe an eine Person: Buchhaltung – Leitung Buchhaltung.
- Nur eine verwaltende Person: Vertrieb & Marketing – Geschäftsführung.
- Direktfreigabe an eine Person: Netzwerk & Server – Externer IT-Dienstleister.
- Firmenzugang im persönlichen Tresor: Persönlich: Außendienst (Messeportal (Ausstellerkonto der Firma)) – Außendienst.
- Externe sehen Geheimnisse mit hohem Schutzbedarf: Netzwerk & Server (Firewall-Administration, Domain und DNS beim Registrar) – Externer IT-Dienstleister.
Typische Fragen:
- Wer sieht die Lohnabrechnung? Buchhaltung und Geschäftsführung – die IT-Administration nicht. Administrationsrechte im Passwortmanager bedeuten nicht automatisch Zugriff auf jeden Tresor.
- Was darf der Dienstleister? Nur „Netzwerk & Server“, dort aber mit Klartext. Den Notfalltresor erreicht er nicht.
- Wer kommt an den Notfallzugang? Genau zwei Personen über ihre Teams. Mehr wären keine Ausnahme mehr, weniger ein Risiko, wenn eine Person ausfällt.
- Was fehlt, wenn der Außendienst kündigt? Das Messeportal liegt nur im persönlichen Tresor. Ohne Übergabe vor dem Austritt ist das Firmenkonto nicht mehr erreichbar.
- Warum zwei Verwaltende? Hier verwaltet nur die Geschäftsführung. Für Vertretung und Wiederherstellung braucht ein gemeinsamer Tresor mindestens zwei Verwaltende.
Need-to-know und Least Privilege
Sechs Grundsätze für Tresore und Freigaben
Das BSI verlangt im IT-Grundschutz, Kennungen und Berechtigungen nur nach tatsächlichem Bedarf zu vergeben und bei personellen Veränderungen zu entfernen (ORP.4.A2). Übertragen auf Tresore ergeben sich sechs Grundsätze – jeder beantwortet eine Lücke, die der Explorer oben sichtbar macht.
Freigaben über Teams, nicht über Personen
Teamfreigaben folgen der Teamzugehörigkeit – beim Wechsel und Austritt automatisch. Direktfreigaben sind die Ausnahme und werden bei jeder Überprüfung ausdrücklich angesehen.
Tresore nach Aufgabe und Schutzbedarf schneiden
Ein Tresor „Alles“ zwingt zu breiten Rechten. Kleinere Tresore erlauben genaue Freigaben: Die Buchhaltung braucht das Lohnportal, die IT-Administration nicht.
Klartext nur, wo er gebraucht wird
Wer nur anmelden muss, braucht das Passwort nicht zu sehen. Die reine Ausfüllfunktion ist eine Hürde gegen Weitergabe – aber keine Geheimhaltung: Nach Wegfall des Bedarfs gilt das Passwort trotzdem als bekannt.
Mindestens zwei Verwaltende
Für den Passwortmanager selbst und für jeden gemeinsamen Tresor. Sonst blockiert eine Krankheit oder Kündigung jede Änderung.
Firmenzugänge nicht in persönliche Tresore
Was dem Unternehmen gehört, liegt in einem gemeinsamen Tresor mit Verantwortlichen – auch wenn es heute nur eine Person nutzt.
Administration heißt nicht Einsicht
Wer den Passwortmanager administriert, muss nicht jeden Tresor öffnen können. Ob sich Verwaltung und Inhalt trennen lassen, ist ein wichtiges Auswahlkriterium.
Eintritt, Wechsel, Austritt
Zugriff entziehen reicht nicht immer
Dieselbe Person durchläuft Eintritt, Teamwechsel und Austritt – diesmal auf Ebene des Passwortmanagers. Der entscheidende Unterschied zu persönlichen Konten: Ein gemeinsames Passwort, das jemand gesehen hat, bleibt bekannt, auch wenn der Zugriff auf den Tresor entfernt ist. Schalten Sie die Rotation ab und sehen Sie, was übrig bleibt.
Eine Person wechselt vom Vertrieb in die Buchhaltung.
Konto im Passwortmanager wird angelegt; über die Teamzugehörigkeit kommen Tresor „Allgemein“ und „Vertrieb & Marketing“ dazu.
1Personalsystem
- Status
- beschäftigt
- Team
- Vertrieb & Marketing
2Konto im Passwortmanager
aktiv – Anmeldung möglich
- Status
- beschäftigt
- Team
- Vertrieb & Marketing
3Teams im Passwortmanager
- Alle MitarbeitendenRegel: Status = beschäftigt
- Team Vertrieb & MarketingRegel: Team = Vertrieb & Marketing
- Team BuchhaltungRegel: Team = Buchhaltung
- Freigabe MesseauftrittDirektfreigabe auf Antrag
4Tresore und gemeinsame Zugangsdaten
- Lizenz PasswortmanagerLizenz
- Tresor Allgemein (nur ausfüllen)
- Social-Media-Unternehmenskontogemeinsames Passwort
- Lieferantenportal Großhandelgemeinsames Passwort
- Messeportal (Ausstellerkonto)gemeinsames Passwort
Vereinfachtes Lernmodell mit einer Beispielperson – keine Nachbildung eines bestimmten Passwortmanagers oder Verzeichnisdienstes, keine Live-Daten. Annahmen: Wer einen Eintrag einmal nutzen konnte, gilt als „kennt das Passwort“ (vorsichtige Annahme, auch bei reiner Ausfüllfunktion); die Prüfenden kennen den tatsächlichen Bedarf. Zeitliche Abläufe sind nicht abgebildet.
Szenarien und Ergebnisse als Text
Teamwechsel – Eine Person wechselt vom Vertrieb in die Buchhaltung.
- Personalabteilung: Eintritt im Vertrieb
- Personalabteilung: Wechsel in die Buchhaltung
- Ohne geregelten Prozess: Passwortmanager kennt die Änderung nicht, Zugriff ohne Bedarf, Zugriff fehlt.
- Konto wird gesperrt: Bekanntes Passwort nicht geändert.
- Vollständig geregelt: entspricht dem Soll.
Mit „Konto wird gesperrt“ wird die alte Teamfreigabe zwar entfernt, das Social-Media-Passwort bleibt aber unverändert. Beim Wechsel innerhalb des Hauses ist das eine Abwägung nach Schutzbedarf; beim Austritt nicht.
Austritt – Eine Person mit Teamzugang und einer Direktfreigabe verlässt das Unternehmen.
- Personalabteilung: Eintritt im Vertrieb
- Führungskraft: Freigabe Messeportal
- Personalabteilung: Austritt
- Ohne geregelten Prozess: Passwortmanager kennt die Änderung nicht, Aktives Konto nach Austritt, Lizenz ohne Bedarf gebunden.
- Konto wird gesperrt: Bekanntes Passwort nicht geändert.
- Vollständig geregelt: entspricht dem Soll.
Ein gesperrtes Konto beendet den Zugriff auf alle Tresore. Die gemeinsamen Passwörter, die die Person kannte, funktionieren aber weiter, bis sie geändert werden.
Projektende – Eine befristete Direktfreigabe endet.
- Personalabteilung: Eintritt im Vertrieb
- Führungskraft: Freigabe Messeportal
- Führungskraft: Messe vorbei
- Tresorverantwortliche: Überprüfung der Freigaben
- Ohne geregelten Prozess: Zugriff ohne Bedarf.
- Konto wird gesperrt: Zugriff ohne Bedarf.
- Vollständig geregelt: entspricht dem Soll.
Direktfreigaben enden nicht von selbst. Die regelmäßige Überprüfung entfernt sie, die Rotation erneuert das Passwort.
Rotation
Wann ein Passwort wirklich geändert werden muss
Regelmäßige Pflichtwechsel ohne Anlass gelten nicht mehr als gute Praxis. Das US-amerikanische NIST untersagt sie in SP 800-63B-4 (Abschnitt 3.1.1.2) und verlangt stattdessen einen Wechsel, wenn es Hinweise auf eine Kompromittierung gibt. Das BSI rät im IT-Grundschutz, rein zeitgesteuerte Wechsel zu vermeiden, und verlangt einen Wechsel, sobald ein Passwort Unbefugten bekannt geworden ist oder der Verdacht besteht (ORP.4.A8 und A23).
Für gemeinsam genutzte Zugänge folgt daraus etwas, das leicht übersehen wird: Eine Person, die den Zugang nicht mehr nutzen darf, ist eine unbefugte Person – sie kennt das Passwort aber weiterhin. Der Entzug des Tresorzugriffs ändert daran nichts, nur die Änderung des Passworts selbst. Das britische NCSC formuliert es ausdrücklich: Verliert jemand die Berechtigung für ein gemeinsames Konto, wird das Passwort geändert (Password policy).
Für persönliche Konten mit eigener Anmeldung ist das anders: Wird das Konto gesperrt, endet der Zugriff, auch wenn das alte Passwort bekannt bleibt. Rotation ist dort nur nötig, wenn das Konto weiterverwendet wird.
Notfallzugang und Wiederherstellung
Der Passwortmanager darf nicht selbst zum Ausfallrisiko werden
Wenn alle Zugänge in einem Werkzeug liegen, braucht es einen geprüften Weg für den Fall, dass niemand mehr hineinkommt. Das BSI fordert bei erhöhtem Schutzbedarf Vorkehrungen, um bei einem Ausfall des Identitäts- und Berechtigungsmanagements arbeitsfähig zu bleiben (ORP.4.A20). Microsoft empfiehlt für Microsoft Entra ID mindestens zwei Notfallzugriffskonten, deren Anmeldedaten getrennt und sicher verwahrt, deren Nutzung überwacht und deren Funktion regelmäßig geprüft wird. Dasselbe Denken gilt für den Passwortmanager.
Ausfälle durchdenken
Administration nicht erreichbar, Hauptpasswort vergessen, Gerät verloren, Anbieter gestört. Für jeden Fall: Wer handelt, womit?
Wiederherstellung einrichten
Produkte bieten unterschiedliche Wege – etwa Wiederherstellung durch die Administration, Notfallkontakte oder Wiederherstellungsschlüssel. Was Ihr Produkt kann, gehört vor die Einführung geklärt.
Notfallzugänge getrennt halten
Ein kleiner Notfalltresor mit genau festgelegten Personen; zusätzlich eine Hinterlegung außerhalb des Werkzeugs, zum Beispiel versiegelt im Tresor. Bei jeder Änderung auch die Hinterlegung erneuern – Hinterlegung, Exporte und Backups sind weitere Speicherorte derselben Geheimnisse. Schriftlich festgehalten werden darf ein Passwort laut BSI nur für eine solche Hinterlegung – und muss dann sicher aufbewahrt werden (ORP.4.A8).
Nutzung dokumentieren
Jeder Zugriff auf Notfallzugänge ist ein Ereignis mit Anlass, Person und Zeitpunkt; Microsoft empfiehlt für Notfallkonten Warnungen bei jeder Anmeldung und eine Nachbetrachtung. Danach werden die genutzten Zugangsdaten erneuert. Solche Protokolle enthalten personenbezogene Daten: Zweck und Aufbewahrung festlegen, mit Datenschutzbeauftragten und ggf. Betriebsrat abstimmen.
Regelmäßig üben
Den Weg in festen Abständen und nach personellen Änderungen durchspielen – Microsoft nennt für Notfallkonten mindestens alle 90 Tage. Ein nie getesteter Notfallzugang ist eine Annahme, kein Zugang.
Typische Missverständnisse
„Mit einem Passwortmanager sind unsere Zugänge sicher.“
Er macht starke, einzigartige Passwörter praktikabel und das Teilen kontrollierbar. Sicher wird es erst mit gutem Hauptpasswort, zweitem Faktor für den Passwortmanager selbst, sinnvollen Freigaben und geregeltem Austritt. Die Seite vergleicht keine Produkte und bewertet nicht deren Sicherheit.
„Wenn wir den Zugriff entfernen, ist der Zugang geschützt.“
Nur für Konten mit persönlicher Anmeldung. Bei gemeinsam genutzten Passwörtern bleibt das Wissen – erst die Änderung des Passworts beendet den Zugang. Probieren Sie es in der Simulation aus.
„Nur ausfüllen lassen heißt: Das Passwort bleibt geheim.“
Es senkt das Risiko versehentlicher Weitergabe. Wer eine Anmeldung ausfüllen lassen kann, kann das Passwort in der Regel aber auch auf anderem Weg erlangen. Für Rotation und Austritt deshalb wie „bekannt“ behandeln.
„Passwörter müssen alle 90 Tage geändert werden.“
Nicht ohne Anlass. NIST untersagt anlasslose Pflichtwechsel, das BSI rät von rein zeitgesteuerten Wechseln ab. Beide verlangen eine Änderung bei Kompromittierung – und dazu zählt beim gemeinsamen Konto auch, dass es eine Person kennt, die es nicht mehr nutzen darf.
„Die IT-Administration muss alle Tresore sehen können.“
Verwaltung und Inhalt lassen sich je nach Produkt trennen. Need-to-know gilt auch für Administratorinnen und Administratoren – und für externe Dienstleister.
„Ein Cloud-Passwortmanager ist mit dem IT-Grundschutz vereinbar.“
Das ist im Einzelfall zu bewerten. Der Baustein ORP.4 (Edition 2023) empfiehlt, die Nutzung eines Passwortmanagers zu prüfen, verlangt aber zugleich, Funktionen zu deaktivieren, mit denen Passwörter über Onlinedienste Dritter synchronisiert werden (ORP.4.A8). Wer nach IT-Grundschutz arbeitet, berücksichtigt das bei der Wahl des Betriebsmodells und dokumentiert die Entscheidung im Sicherheitskonzept.
„Der Browser speichert doch schon alle Passwörter.“
Für persönliche Zugänge auf einem Gerät kann das genügen. Teilen nach Teams, Austritt und zentrale Steuerung sind dort begrenzt. Mehr dazu auf der Seite Browser-Passwortmanager.
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Wo stehen Ihre gemeinsamen Zugänge heute?
Wenn Sie Tresorstruktur, Freigaben oder den Austritt von Mitarbeitenden ordnen möchten, sprechen Sie uns an. Wir klären gemeinsam, wobei wir Sie unterstützen können.