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Digitalisierung & Prozesse

Digitale Genehmigungsprozesse

Urlaubsantrag, Bestellung, Vertragsfreigabe: Bei solchen Abläufen muss jemand zustimmen. Laufen sie per E-Mail, fehlt der Überblick. Hier erfahren Sie, wie ein digitaler Genehmigungsprozess aufgebaut ist.

Regeln durchspielenSo funktioniert esUmsetzung anfragen

  1. AntragFormular statt Freitext-Mail
  2. Prüfungan die zuständige Person – mit Vertretung
  3. FreigabeZustimmen oder Ablehnen mit Kommentar
  4. Archivmit eigener Ablage nachvollziehbar
Grundform eines Genehmigungsprozesses

Ausgangslage

Eine Freigabe per E-Mail ist schnell erteilt – und genauso schnell nicht mehr auffindbar.

Wer hat den Antrag schon gesehen? Liegt er im Postfach einer Kollegin, die gerade im Urlaub ist? Und wo steht in einem Jahr, wer die Bestellung genehmigt hat? Ein digitaler Ablauf mit eigener Ablage beantwortet diese Fragen, ohne dass jemand nachfragen muss.

Ablauf

Ein Antrag, fünf Stationen

So sieht ein typischer digitaler Genehmigungsprozess in Microsoft 365 aus. Jede Station lässt sich an die eigenen Regeln anpassen.

  1. Antrag stellenüber ein Formular, z. B. mit Microsoft Forms oder einer Liste in Microsoft Lists
  2. Weiterleitenein Flow in Power Automate erkennt den neuen Eintrag und startet die Genehmigung
  3. Entscheidendie genehmigende Person antwortet direkt in Outlook, Teams oder Power Automate
  4. BenachrichtigenAntragsteller erhalten das Ergebnis, Folgeschritte starten automatisch
  5. AblegenEntscheidung, Zeitpunkt und Kommentar bleiben für die festgelegte Dauer in Liste oder Bibliothek
Beispielhafter Aufbau; welche Werkzeuge passen, hängt von der vorhandenen Umgebung ab.

Regeln durchspielen

Ein Antrag, sechs Verläufe

Derselbe Bestellantrag – aber je nach Betrag, Abwesenheit und Antwortverhalten läuft er anders. Wählen Sie einen Verlauf: Gemeinsame Schritte bleiben stehen, neue kommen hinzu. So wird sichtbar, welche Regel welchen Schritt erzeugt. Vereinfachtes Lehrbeispiel nach der Dokumentation von Microsoft zu Power-Automate-Genehmigungen, abgerufen am 2. November 2026.

Der einfachste Fall: Eine Person entscheidet. Genehmigungstyp „Genehmigen/Ablehnen – Zuerst antworten“ mit nur einer zugewiesenen Person.

  1. Antrag im Formular oder in der ListeAntragPflichtfelder statt formloser E-Mail.
  2. Flow startet und prüft die RegelnFlowDer Betrag liegt unter der festgelegten Grenze.
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufenFlowWer zuständig ist, steht im Benutzerprofil – nicht fest im Flow.
  4. Anfrage an die TeamleitungGenehmigungAntwort direkt in Outlook, in Teams oder im Power-Automate-Aktionscenter.
  5. Ergebnis an die antragstellende PersonFlow
  6. Entscheidung in der Liste festhaltenAblageEntscheidung, Kommentar und Zeitpunkt.

Eine Entscheidung, ein Eintrag – nachvollziehbar, ohne dass jemand nachfragen muss.

Alle Szenarien als Text

Unter der Betragsgrenze – Der einfachste Fall: Eine Person entscheidet. Genehmigungstyp „Genehmigen/Ablehnen – Zuerst antworten“ mit nur einer zugewiesenen Person.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste: Pflichtfelder statt formloser E-Mail.
  2. Flow startet und prüft die Regeln: Der Betrag liegt unter der festgelegten Grenze.
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen: Wer zuständig ist, steht im Benutzerprofil – nicht fest im Flow.
  4. Anfrage an die Teamleitung: Antwort direkt in Outlook, in Teams oder im Power-Automate-Aktionscenter.
  5. Ergebnis an die antragstellende Person
  6. Entscheidung in der Liste festhalten: Entscheidung, Kommentar und Zeitpunkt.

Eine Entscheidung, ein Eintrag – nachvollziehbar, ohne dass jemand nachfragen muss.

Über der Betragsgrenze – Ab einer festgelegten Grenze entscheiden zwei Stufen nacheinander. Power Automate bietet dafür den Typ „Sequenzielle Genehmigung“: Die zweite Stufe erhält die Anfrage erst, wenn die erste geantwortet hat.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste
  2. Flow startet und prüft die Regeln: Eine Bedingung prüft den Betrag und wählt den zweistufigen Weg.
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen
  4. Anfrage an die Teamleitung: Stufe 1 der sequenziellen Genehmigung.
  5. Anfrage an die nächste Stufe: Stufe 2, etwa die Buchhaltung. Dieselbe Person kann laut Microsoft nicht in mehreren Stufen stehen.
  6. Ergebnis an die antragstellende Person
  7. Entscheidung in der Liste festhalten: Beide Entscheidungen mit Kommentar.

Die Betragsgrenze ist eine Regel im Flow – sie muss vorher festgelegt und dokumentiert sein.

Teamleitung im Urlaub – Die Vertretung ist vorab geregelt: Die Anfrage geht an Teamleitung und Vertretung, die erste Antwort zählt („Genehmigen/Ablehnen – Zuerst antworten“). Die antragstellende Person darf dabei selbst weder Vertretung noch Mitglied der genehmigenden Gruppe sein; diese Prüfung gehört als Bedingung in den Flow. Alternativ kann eine genehmigende Person eine erhaltene Anfrage selbst „erneut zuweisen“ – aber nur, wenn sie daran denkt.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste
  2. Flow startet und prüft die Regeln
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen
  4. Anfrage an die Teamleitung: Die Teamleitung erhält die Anfrage, ist aber abwesend.
  5. Anfrage zugleich an die Vertretung: Die Vertretung antwortet – damit ist die Anfrage abgeschlossen.
  6. Ergebnis an die antragstellende Person
  7. Entscheidung in der Liste festhalten: Festgehalten wird, wer tatsächlich entschieden hat.

Abwesenheit ist kein Sonderfall, sondern eine Regel, die vor dem Start feststeht.

Keine Antwort in der Frist – Erinnerung und Weitergabe sind keine eigene Genehmigungsart – sie werden im Flow zusätzlich gebaut. Wichtig ist, dass die Weitergabe deutlich vor der 30-Tage-Grenze eines Flow-Laufs greift.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste
  2. Flow startet und prüft die Regeln
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen
  4. Anfrage an die Teamleitung: Keine Reaktion.
  5. Erinnerung nach festgelegter Frist: Etwa nach einigen Arbeitstagen – die Frist legt das Unternehmen fest.
  6. Weitergabe an die nächste Stufe: Bleibt es still, gibt der Flow die Entscheidung weiter.
  7. Anfrage an die nächste Stufe: Die nächste Ebene entscheidet.
  8. Ergebnis an die antragstellende Person
  9. Entscheidung in der Liste festhalten: Auch die Weitergabe wird festgehalten.

Fristen sorgen dafür, dass kein Antrag unbemerkt liegen bleibt.

Abgelehnt und neu eingereicht – Eine Ablehnung ist ein gültiges Ergebnis. Der Kommentar erklärt, was fehlt; der überarbeitete Antrag startet einen neuen Lauf.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste
  2. Flow startet und prüft die Regeln
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen
  4. Anfrage an die Teamleitung
  5. Ablehnung mit Kommentar: Zum Beispiel: Angebot fehlt.
  6. Ergebnis an die antragstellende Person: Mit dem Kommentar der genehmigenden Person.
  7. Entscheidung in der Liste festhalten: Die Ablehnung bleibt dokumentiert.
  8. Antrag überarbeiten und neu einreichen: Ein neuer Eintrag startet den Ablauf von vorn.

Wer abgelehnt wird, weiß warum – und beide Entscheidungen bleiben auffindbar.

Fehlform: ohne Vertretung und Frist – Die Anfrage liegt bei einer abwesenden Person, niemand sonst sieht sie. Die antragstellende Person kann sie laut Microsoft nicht umleiten, nur abbrechen und neu starten lassen.

  1. Antrag im Formular oder in der Liste
  2. Flow startet und prüft die Regeln
  3. Vorgesetzte Person aus dem Verzeichnis abrufen
  4. Anfrage an die Teamleitung: Abwesend – die Anfrage bleibt liegen.
  5. Lauf endet nach 30 Tagen ohne Entscheidung: Laut Microsoft laufen offene Schritte wie Genehmigungen nach 30 Tagen ab.

Nicht empfehlenswert: Der Antrag ist weder genehmigt noch abgelehnt – und niemand wurde informiert.

Wissen

Wer muss zustimmen – und in welcher Reihenfolge?

Die wichtigste Frage beim Entwurf eines Genehmigungsprozesses ist nicht technisch, sondern organisatorisch: Reicht eine Zustimmung, oder müssen alle Beteiligten einverstanden sein? Und gibt es eine feste Reihenfolge, etwa erst die Teamleitung, dann die Buchhaltung?

Power Automate bildet diese Varianten als Genehmigungstypen der Aktion „Starten und auf Genehmigung warten“ ab. Wer eine Anfrage erhält, antwortet direkt aus einer Outlook-Mail, aus einer Karte in Microsoft Teams oder im Aktionscenter von Power Automate – auf Wunsch mit Kommentar.

Was der Typ nicht regelt: Betragsgrenzen, Vertretung, Erinnerungen und Weitergabe. Diese Regeln entstehen als Bedingungen und zusätzliche Schritte im Flow – oder sie fehlen. Das Beispiel oben zeigt beides.

Erläuterung nach der Dokumentation von Microsoft (Microsoft Learn, „Erste Schritte mit Power Automate-Genehmigungen“ und „Sequenzielle Genehmigungen einrichten“, Stand 21. Oktober 2026). Funktionsumfang und Lizenzen können sich ändern.

Vor dem Start

Was geklärt sein muss, damit Regeln greifen

Ein Problem mit einer Genehmigung muss nicht im Flow liegen – es kann auch an Verzeichnis, Rollen oder Fristen liegen. Angaben nach Microsoft Learn, abgerufen am 2. November 2026.

  1. Vorgesetzte im Verzeichnis gepflegt

    Flows können die zuständige Person über „Manager abrufen“ ermitteln. Ist in Microsoft Entra ID niemand hinterlegt, meldet die Aktion laut Microsoft „Kein Manager gefunden“. Bei jedem Rollenwechsel muss dieser Eintrag mitwandern.

  2. Externe nur mit angenommener Einladung

    Auch Gäste können Genehmigungen erhalten. Wer die Einladung in den Mandanten noch nicht angenommen hat, wird laut Microsoft aus der Liste der Genehmigenden entfernt.

  3. 30 Tage Laufzeit

    Ein Flow-Lauf dauert laut Microsoft höchstens 30 Tage – einschließlich wartender Genehmigungen. Erinnerung und Weitergabe gehören deshalb in jeden Ablauf, der länger offen sein kann.

  4. Entscheidungen dort ablegen, wo sie bleiben

    Den Ausführungsverlauf eines Flows bewahrt Power Automate laut Microsoft 30 Tage auf. Was nachvollziehbar bleiben soll, gehört in die Liste oder Bibliothek – mit Entscheidung, Person, Zeitpunkt und Kommentar, für die festgelegte Aufbewahrungsdauer.

  5. Umleiten kann nur, wer die Anfrage hat

    Genehmigende können eine Anfrage erneut zuweisen. Die antragstellende Seite kann das laut Microsoft nicht – sie kann die Anfrage nur abbrechen und den Flow anpassen.

  6. Wer beantragt, genehmigt nicht selbst

    Der Flow sollte prüfen, dass die antragstellende Person nicht unter den Genehmigenden steht – auch nicht als Vertretung oder als Mitglied einer genehmigenden Gruppe. Gerade bei „Zuerst antworten“ ist das sonst möglich.

  7. Lizenz und Datenbank

    Der Genehmigungsconnector ist ein Standardconnector; laut Microsoft genügen dafür auch Office-365-Lizenzen mit Power Automate. Genehmigungen werden in Microsoft Dataverse gespeichert – in der Standardumgebung richtet Microsoft die Datenbank automatisch ein.

Bausteine

Was in Microsoft 365 zusammenspielt

Für viele Genehmigungsprozesse genügen Anwendungen, die in Microsoft 365 ohnehin enthalten sind.

  1. Microsoft FormsKursübersicht

    Erfasst den Antrag strukturiert – mit Pflichtfeldern statt formloser Mail.

  2. Microsoft ListsKursübersicht

    Hält Anträge, Status und Entscheidungen übersichtlich in einer Liste.

  3. SharePointKursübersicht

    Legt Dokumente ab, die freigegeben werden, und regelt, wer sie sehen darf.

  4. Microsoft TeamsKursübersicht

    Zeigt Genehmigungsanfragen dort an, wo ohnehin gearbeitet wird.

  5. Power Automate

    Verbindet die Schritte: startet die Genehmigung, wartet auf die Antwort und löst Folgeschritte aus. Kurse dazu sind noch nicht im Katalog.

Vorgehen

So entsteht ein guter Genehmigungsprozess

Unabhängig vom Werkzeug hat sich diese Reihenfolge bewährt.

  1. Ablauf aufschreiben

    Wie läuft der Antrag heute? Wer ist beteiligt, wo wird gewartet?

  2. Regeln festlegen

    Wer entscheidet ab welchem Betrag? Wer vertritt – und wer darf den eigenen Antrag nicht genehmigen? Nach welcher Frist wird erinnert und weitergegeben? Wo wird die Entscheidung abgelegt, und wie lange?

  3. Klein anfangen

    Einen Prozess digital abbilden und mit wenigen Beteiligten testen.

  4. Einführen

    Beteiligte einweisen und Rückmeldungen einarbeiten.

Unser Angebot

Schulung, Analyse und Umsetzung

Genehmigungsprozesse nehmen wir auf Anfrage mit Ihnen auf und setzen sie um – einzeln oder zusammen mit Schulungen beauftragbar. Umfang und Vorgehen legen wir mit Ihnen fest.

  1. Schulungen zu Forms, Lists, SharePoint und Teams

    Ihr Team lernt die Anwendungen kennen, aus denen sich Genehmigungsprozesse zusammensetzen.

  2. Genehmigungsworkflows umsetzen

    Aufnahme, Entwurf und Umsetzung von Genehmigungsprozessen mit Power Automate.

  3. Freigabeprozesse verbessern

    Bestehende Freigaben analysieren und vereinfachen.

Häufige Fragen

Brauchen wir dafür zusätzliche Lizenzen?

Der Genehmigungsconnector ist laut Microsoft ein Standardconnector – dafür genügen auch Office-365-Lizenzen mit Power-Automate-Rechten. Sobald Premium-Connectors oder besondere Speicherorte ins Spiel kommen, kann mehr nötig sein. Das hängt vom konkreten Vorhaben ab.

Müssen Genehmigende eine neue Anwendung lernen?

In der Regel nicht. Sie antworten in Outlook oder Teams, also dort, wo sie ohnehin arbeiten.

Was passiert, wenn die zuständige Person abwesend ist?

Das muss vorher geregelt sein: etwa eine Vertretung, die die Anfrage zugleich erhält („Zuerst antworten“), oder eine Erinnerung mit Weitergabe nach einer Frist. Ohne Regel bleibt die Anfrage liegen – die antragstellende Person kann sie laut Microsoft nicht selbst umleiten.

Wie lange kann eine Genehmigung offen bleiben?

Ein Flow-Lauf dauert laut Microsoft höchstens 30 Tage, wartende Genehmigungen eingeschlossen. Danach laufen offene Schritte ab. Prozesse, die länger dauern können, brauchen deshalb Erinnerungen und eine Weitergabe vorher.

Wo ist später nachvollziehbar, wer was genehmigt hat?

Genehmigungen speichert Power Automate in Microsoft Dataverse; den Ausführungsverlauf eines Flows bewahrt es laut Microsoft 30 Tage auf. Für den Nachweis legen Sie Entscheidung, Person, Zeitpunkt und Kommentar zusätzlich in der Liste oder Bibliothek ab – für die Aufbewahrungsdauer, die Sie festgelegt haben, und mit einer Regel, wann Einträge wieder gelöscht werden. Welche Aufbewahrungspflichten gelten, klären Sie bitte mit Ihrer Steuer- oder Rechtsberatung.

Setzen Sie solche Prozesse für uns um?

Ja. Wir nehmen den Ablauf mit Ihnen auf, entwerfen die Regeln und setzen den Genehmigungsprozess mit Power Automate um; auf Wunsch weisen wir Ihr Team in den umgesetzten Ablauf ein. Umfang und Vorgehen legen wir gemeinsam fest – schildern Sie uns Ihren Ablauf über die Kontaktseite.

Welcher Antrag soll als erster digital werden?

Erzählen Sie uns von Ihrem Ablauf. Wir schlagen Ihnen vor, wie wir ihn mit Ihnen aufnehmen und umsetzen – und welche Schulung Ihrem Team dabei hilft.

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