Zum Inhalt

IT-Sicherheit · Passwortlose Anmeldung

Ohne Passwort ist nicht gleich sicher.

Passwortlos heißt zunächst nur: Niemand tippt mehr ein Passwort ein. Ob das vor Phishing schützt, hängt vom Verfahren ab. Hier sehen Sie, welche Verfahren es gibt, wogegen sie jeweils schützen – und wo die Grenzen liegen.

Verfahren vergleichenGespräch vereinbaren

  1. PhishingresistentPasskey, Windows Hello for Business, Sicherheitsschlüssel, Zertifikat
  2. Passwortloszusätzlich z. B. Telefonanmeldung per App
  3. MehrstufigPasswort + zweiter Faktor (Code, Push)
Drei Stufen, die leicht verwechselt werden.

Zwei Fragen, nicht eine

Muss jemand ein Passwort eingeben? Und: Kann eine gefälschte Seite die Anmeldung abfangen und weiterreichen? Nur die zweite Frage entscheidet über Phishingresistenz.

Ein per E-Mail verschickter Anmeldelink ist passwortlos, aber so stark wie das Postfach. Eine App-Bestätigung ohne Passwort ist bequem, lässt sich aber auf einer gefälschten Seite auslösen. Phishingresistent sind Verfahren, die kryptografisch an den echten Dienst gebunden sind.

Überblick

Passwortlose Verfahren im Unternehmen

Microsoft Learn stuft die ersten vier als phishingresistent ein. Die Telefonanmeldung per App gilt als passwortlos, nicht als phishingresistent.

  1. Passkey (FIDO2)phishingresistent

    Schlüsselpaar je Dienst, synchronisiert oder gerätegebunden, Freigabe per Biometrie oder PIN. Phishingresistent.

  2. Windows Hello for Businessphishingresistent

    Schlüssel bzw. Zertifikat an den Windows-PC gebunden, Freigabe per Gesicht, Fingerabdruck oder PIN. Phishingresistent.

  3. FIDO2-Sicherheitsschlüsselphishingresistent

    Gerätegebundener Passkey auf eigener Hardware, per USB, NFC oder Bluetooth. Phishingresistent.

  4. Zertifikatsbasierte Anmeldungphishingresistent

    X.509-Zertifikat, z. B. auf einer Smartcard. Phishingresistent, aber mit eigener Zertifikatsinfrastruktur.

  5. Telefonanmeldung per Authenticator-Apppasswortlos

    Kein Passwort, aber eine Bestätigung per Push mit Nummernabgleich. Passwortlos – jedoch nicht phishingresistent.

Authentication Comparison

Wogegen schützt welches Verfahren?

Statt einer Rangliste: jede Bedrohung einzeln. Wählen Sie eine Zelle, um die Begründung und die maßgeblichen Eigenschaften zu sehen. Auffällig: Ein zweiter Faktor per Code hilft gegen wiederverwendete Passwörter, aber nicht gegen Echtzeit-Phishing – und kein Verfahren schützt eine bereits gestohlene Sitzung. Für zweite Faktoren lohnt der Blick auf „MFA-Fatigue“ und „SIM-Tausch“: Erst der Nummernabgleich macht aus einem Push-Tipp eine bewusste Entscheidung.

  • widersteht
  • teilweise
  • anfällig
  • nicht betroffen
  • gut lösbar
  • mit Aufwand
  • schwierig
Wogegen schützt welches Verfahren?: Bewertung je Kriterium und Verfahren
KriteriumPasswortalleinPasswort + SMSCode per SMSPasswort + TOTPCode aus AppPasswort + Pushohne NummernabgleichPasswort + Pushmit NummernabgleichPasskeysynchronisiertPasskeygerätegebundenSicherheitsschlüsselFIDO2-Hardware
Bedrohungen
Phishing: Daten abgreifen, später nutzen
Echtzeit-Phishing (Adversary-in-the-Middle)
Credential Stuffing (Passwörter aus fremden Lecks)
Datenleck beim Dienst
Gerät verloren oder gestohlen
Diebstahl der Sitzung nach der Anmeldung
MFA-Fatigue (Flut von Anfragen)
SIM-Tausch, Umleitung von SMS
Betrieb im Unternehmen
Wiederherstellung nach Verlust
Nutzung auf mehreren Geräten
Steuerung durch die IT

Passwort + TOTP · Echtzeit-Phishing (Adversary-in-the-Middle)

anfällig

Der Code wird auf der gefälschten Seite eingegeben und innerhalb seiner Gültigkeit weitergereicht. NIST zählt Einmalcodes deshalb nicht zu den phishingresistenten Verfahren.

Maßgeblich: Einmalcode wird eingetippt: ja

Die gefälschte Seite leitet jede Eingabe sofort an den echten Dienst weiter und übernimmt die angemeldete Sitzung.

Annahmen: Authenticator-App erzeugt zeitbasierte Codes (RFC 6238) aus einem beim Einrichten geteilten Startwert.

Die gefälschte Seite leitet jede Eingabe sofort an den echten Dienst weiter und übernimmt die angemeldete Sitzung.

  • Passwort · allein anfällig

    Das Passwort landet direkt beim Angreifer, die Sitzung gleich mit.

  • Passwort + SMS · Code per SMS anfällig

    Der Code wird auf der gefälschten Seite eingegeben und innerhalb seiner Gültigkeit weitergereicht. NIST zählt Einmalcodes deshalb nicht zu den phishingresistenten Verfahren.

  • Passwort + TOTP · Code aus App anfällig

    Der Code wird auf der gefälschten Seite eingegeben und innerhalb seiner Gültigkeit weitergereicht. NIST zählt Einmalcodes deshalb nicht zu den phishingresistenten Verfahren.

  • Passwort + Push · ohne Nummernabgleich anfällig

    Die Push-Anfrage stammt von der echten Anmeldung des Angreifers – wer sie gerade erwartet, bestätigt sie.

  • Passwort + Push · mit Nummernabgleich anfällig

    Die Anfrage stammt von der echten Anmeldung, die der Angreifer im Hintergrund startet. Die gefälschte Seite kann sogar die Zahl für den Nummernabgleich anzeigen.

  • Passkey · synchronisiert widersteht

    Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.

  • Passkey · gerätegebunden widersteht

    Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.

  • Sicherheitsschlüssel · FIDO2-Hardware widersteht

    Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.

Bewertungen als Text

Phishing: Daten abgreifen, später nutzen – Eine gefälschte Anmeldeseite sammelt ein, was eingegeben wird, und der Angreifer versucht es später.

  • Passwort: anfällig. Das eingegebene Passwort genügt dem Angreifer für spätere Anmeldungen – überall, wo es gilt.
  • Passwort + SMS: teilweise. Das Passwort ist verloren. Der erbeutete Code ist dagegen nach kurzer Zeit wertlos (TOTP üblicherweise 30 Sekunden) – später allein reicht er nicht.
  • Passwort + TOTP: teilweise. Das Passwort ist verloren. Der erbeutete Code ist dagegen nach kurzer Zeit wertlos (TOTP üblicherweise 30 Sekunden) – später allein reicht er nicht.
  • Passwort + Push: teilweise. Das Passwort ist verloren. Für eine spätere Anmeldung muss die Person aber erneut eine Push-Anfrage bestätigen.
  • Passwort + Push: teilweise. Das Passwort ist verloren. Für eine spätere Anmeldung muss die Person aber erneut eine Push-Anfrage bestätigen.
  • Passkey: widersteht. Auf einer fremden Domain bietet der Browser den Passkey gar nicht an – und es gibt kein Geheimnis, das man dort eintippen könnte.
  • Passkey: widersteht. Auf einer fremden Domain bietet der Browser den Passkey gar nicht an – und es gibt kein Geheimnis, das man dort eintippen könnte.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Auf einer fremden Domain bietet der Browser den Passkey gar nicht an – und es gibt kein Geheimnis, das man dort eintippen könnte.

Echtzeit-Phishing (Adversary-in-the-Middle) – Die gefälschte Seite leitet jede Eingabe sofort an den echten Dienst weiter und übernimmt die angemeldete Sitzung.

  • Passwort: anfällig. Das Passwort landet direkt beim Angreifer, die Sitzung gleich mit.
  • Passwort + SMS: anfällig. Der Code wird auf der gefälschten Seite eingegeben und innerhalb seiner Gültigkeit weitergereicht. NIST zählt Einmalcodes deshalb nicht zu den phishingresistenten Verfahren.
  • Passwort + TOTP: anfällig. Der Code wird auf der gefälschten Seite eingegeben und innerhalb seiner Gültigkeit weitergereicht. NIST zählt Einmalcodes deshalb nicht zu den phishingresistenten Verfahren.
  • Passwort + Push: anfällig. Die Push-Anfrage stammt von der echten Anmeldung des Angreifers – wer sie gerade erwartet, bestätigt sie.
  • Passwort + Push: anfällig. Die Anfrage stammt von der echten Anmeldung, die der Angreifer im Hintergrund startet. Die gefälschte Seite kann sogar die Zahl für den Nummernabgleich anzeigen.
  • Passkey: widersteht. Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.
  • Passkey: widersteht. Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Die signierten Daten enthalten die tatsächlich aufgerufene Adresse. Auf der gefälschten Domain wird der Passkey nicht angeboten; eine weitergeleitete Antwort passt nicht zum echten Dienst.

Credential Stuffing (Passwörter aus fremden Lecks) – Angreifer probieren automatisiert E-Mail-Passwort-Paare aus, die bei anderen Diensten erbeutet wurden.

  • Passwort: anfällig. Wurde dasselbe Passwort anderswo genutzt und dort erbeutet, gelingt die Anmeldung.
  • Passwort + SMS: widersteht. Ein passendes Passwort allein reicht nicht; der zweite Faktor fehlt dem Angreifer. Das Passwort bleibt trotzdem kompromittiert.
  • Passwort + TOTP: widersteht. Ein passendes Passwort allein reicht nicht; der zweite Faktor fehlt dem Angreifer. Das Passwort bleibt trotzdem kompromittiert.
  • Passwort + Push: teilweise. Ein passendes Passwort reicht nicht – löst aber Push-Anfragen aus, die versehentlich bestätigt werden können.
  • Passwort + Push: widersteht. Ein passendes Passwort allein reicht nicht; der zweite Faktor fehlt dem Angreifer. Das Passwort bleibt trotzdem kompromittiert.
  • Passkey: widersteht. Es gibt kein Passwort, das anderswo wiederverwendet sein könnte.
  • Passkey: widersteht. Es gibt kein Passwort, das anderswo wiederverwendet sein könnte.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Es gibt kein Passwort, das anderswo wiederverwendet sein könnte.

Datenleck beim Dienst – Die Anmeldedatenbank des Dienstes gelangt in fremde Hände.

  • Passwort: teilweise. Passwort-Prüfwerte lassen sich offline angreifen; schwache Passwörter fallen zuerst. Ein geknacktes Passwort öffnet das Konto direkt – und jedes andere, in dem es wiederverwendet wurde.
  • Passwort + SMS: teilweise. Passwort-Prüfwerte lassen sich offline angreifen; wie schnell, hängt von Passwort und Speicherverfahren ab. Ein separater zweiter Faktor bleibt davon unberührt.
  • Passwort + TOTP: teilweise. Passwort-Prüfwerte lassen sich offline angreifen, schwache Passwörter fallen zuerst. Zusätzlich liegt der TOTP-Startwert beim Dienst – gelangt er mit ab, lassen sich gültige Codes erzeugen.
  • Passwort + Push: teilweise. Passwort-Prüfwerte lassen sich offline angreifen; wie schnell, hängt von Passwort und Speicherverfahren ab. Ein separater zweiter Faktor bleibt davon unberührt.
  • Passwort + Push: teilweise. Passwort-Prüfwerte lassen sich offline angreifen; wie schnell, hängt von Passwort und Speicherverfahren ab. Ein separater zweiter Faktor bleibt davon unberührt.
  • Passkey: widersteht. Der Dienst speichert nur öffentliche Schlüssel. Mit ihnen kann sich niemand anmelden.
  • Passkey: widersteht. Der Dienst speichert nur öffentliche Schlüssel. Mit ihnen kann sich niemand anmelden.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Der Dienst speichert nur öffentliche Schlüssel. Mit ihnen kann sich niemand anmelden.

Gerät verloren oder gestohlen – Wer das Gerät findet oder stiehlt, versucht sich damit anzumelden.

  • Passwort: nicht betroffen. Kein Gerät beteiligt – solange das Passwort nicht ungeschützt auf dem Gerät gespeichert ist.
  • Passwort + SMS: teilweise. Der Finder braucht zusätzlich das Passwort. SMS-Codes erscheinen je nach Einstellung allerdings schon auf dem Sperrbildschirm.
  • Passwort + TOTP: teilweise. Der Finder braucht zusätzlich das Passwort. Ob die App selbst geschützt ist, hängt von Gerätesperre und App-Einstellungen ab.
  • Passwort + Push: teilweise. Der Finder braucht zusätzlich das Passwort. Ob die App selbst geschützt ist, hängt von Gerätesperre und App-Einstellungen ab.
  • Passwort + Push: teilweise. Der Finder braucht zusätzlich das Passwort. Ob die App selbst geschützt ist, hängt von Gerätesperre und App-Einstellungen ab.
  • Passkey: widersteht. Ohne PIN, Fingerabdruck oder Gesicht lässt sich der Passkey nicht verwenden; Fehlversuche begrenzt das Gerät.
  • Passkey: widersteht. Ohne PIN, Fingerabdruck oder Gesicht lässt sich der Passkey nicht verwenden; Fehlversuche begrenzt das Gerät.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Ohne PIN, Fingerabdruck oder Gesicht lässt sich der Passkey nicht verwenden; Fehlversuche begrenzt das Gerät.

Diebstahl der Sitzung nach der Anmeldung – Schadsoftware auf dem Gerät, etwa ein sogenannter Infostealer, kopiert Sitzungscookies oder Tokens, nachdem die Anmeldung gelungen ist.

  • Passwort: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passwort + SMS: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passwort + TOTP: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passwort + Push: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passwort + Push: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passkey: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Passkey: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.
  • Sicherheitsschlüssel: anfällig. Kein Anmeldeverfahren schützt eine bereits ausgestellte Sitzung – auch kein Passkey. Dagegen helfen Gerätesicherheit, begrenzte Sitzungsdauer, Richtlinien für den bedingten Zugriff und Schutzfunktionen des Dienstes.

MFA-Fatigue (Flut von Anfragen) – Mit erbeutetem Passwort löst der Angreifer immer neue Bestätigungsanfragen aus, bis jemand genervt oder versehentlich zustimmt.

  • Passwort: nicht betroffen. Kein Bestätigungsverfahren per Push beteiligt.
  • Passwort + SMS: nicht betroffen. Kein Bestätigungsverfahren per Push beteiligt.
  • Passwort + TOTP: nicht betroffen. Kein Bestätigungsverfahren per Push beteiligt.
  • Passwort + Push: anfällig. Ein Tipp auf „Genehmigen“ genügt – aus Gewohnheit, aus Versehen oder um Ruhe zu haben. NIST SP 800-63B-4 hält reines Vergleichen und Bestätigen wegen solcher Angriffe nicht mehr für ausreichend.
  • Passwort + Push: teilweise. Bestätigen geht nur mit der Zahl vom Anmeldebildschirm, die die Person nicht sieht. Ein Anruf „vom IT-Support“, der nach der Zahl fragt, bleibt ein Risiko.
  • Passkey: widersteht. Es gibt keine Anfrage, die sich aus der Ferne auslösen und bestätigen ließe – die Freigabe geschieht am Gerät, an dem man sich anmeldet, oder per QR-Code mit Nähe-Prüfung.
  • Passkey: widersteht. Es gibt keine Anfrage, die sich aus der Ferne auslösen und bestätigen ließe – die Freigabe geschieht am Gerät, an dem man sich anmeldet, oder per QR-Code mit Nähe-Prüfung.
  • Sicherheitsschlüssel: widersteht. Es gibt keine Anfrage, die sich aus der Ferne auslösen und bestätigen ließe – die Freigabe geschieht am Gerät, an dem man sich anmeldet, oder per QR-Code mit Nähe-Prüfung.

SIM-Tausch, Umleitung von SMS – Angreifer lassen die Rufnummer auf eine eigene SIM übertragen oder leiten Nachrichten um.

  • Passwort: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Passwort + SMS: anfällig. Wer die Rufnummer kontrolliert, empfängt die Codes. NIST führt SMS deshalb nur noch als eingeschränkt zulässiges Verfahren.
  • Passwort + TOTP: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Passwort + Push: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Passwort + Push: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Passkey: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Passkey: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.
  • Sicherheitsschlüssel: nicht betroffen. Keine Rufnummer beteiligt.

Wiederherstellung nach Verlust – Wie kommt die Person wieder an ihr Konto, wenn Gerät oder Schlüssel weg sind?

  • Passwort: mit Aufwand. Zurücksetzen über die IT oder einen hinterlegten Weg, etwa eine zweite E-Mail-Adresse. Das braucht eine Identitätsprüfung oder einen gepflegten Ersatzweg – und dieser Weg wird selbst zum Angriffsziel.
  • Passwort + SMS: mit Aufwand. Das Passwort wird wie oben zurückgesetzt; für den Code braucht es eine Ersatz-SIM mit derselben Rufnummer vom Mobilfunkanbieter. Genau diesen Weg nutzen Angreifer beim SIM-Tausch.
  • Passwort + TOTP: mit Aufwand. Die App muss auf dem neuen Gerät neu eingerichtet werden – mit Wiederherstellungscodes, einer Sicherung der App oder über die IT.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Die App muss auf dem neuen Gerät neu eingerichtet werden – mit Wiederherstellungscodes, einer Sicherung der App oder über die IT.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Die App muss auf dem neuen Gerät neu eingerichtet werden – mit Wiederherstellungscodes, einer Sicherung der App oder über die IT.
  • Passkey: gut lösbar. Die Passkeys kommen über das Anbieterkonto auf ein neues Gerät zurück – vorausgesetzt, dieses Konto ist selbst gut geschützt und erreichbar.
  • Passkey: mit Aufwand. Gerätegebundene Passkeys gehen mit dem Gerät verloren; ein neuer wird mit einem zweiten Verfahren oder über die IT registriert.
  • Sicherheitsschlüssel: schwierig. Ein verlorener Schlüssel lässt sich weder kopieren noch wiederherstellen. Vorsorge (so empfiehlt es auch das BSI): zweiten Schlüssel registrieren und einen geregelten Weg über die IT vorsehen.

Nutzung auf mehreren Geräten – Smartphone, Firmen-Notebook, ein fremder Rechner im Besprechungsraum.

  • Passwort: gut lösbar. Lässt sich überall eintippen – genau das macht es anfällig.
  • Passwort + SMS: mit Aufwand. Das Passwort geht überall, für den zweiten Faktor wird jedes Mal das Smartphone gebraucht.
  • Passwort + TOTP: mit Aufwand. Das Passwort geht überall, für den zweiten Faktor wird jedes Mal das Smartphone gebraucht.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Das Passwort geht überall, für den zweiten Faktor wird jedes Mal das Smartphone gebraucht.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Das Passwort geht überall, für den zweiten Faktor wird jedes Mal das Smartphone gebraucht.
  • Passkey: gut lösbar. Auf allen Geräten im selben Anbieterkonto verfügbar; an anderen Geräten per QR-Code mit dem Smartphone in der Nähe.
  • Passkey: mit Aufwand. Nur auf dem einen Gerät; an anderen Geräten über die geräteübergreifende Anmeldung per QR-Code.
  • Sicherheitsschlüssel: mit Aufwand. An jedem passenden Gerät per USB, NFC oder Bluetooth nutzbar – den Schlüssel muss man dabeihaben.

Steuerung durch die IT – Kann das Unternehmen festlegen, wo die Anmeldedaten liegen, und sie beim Austritt zuverlässig entziehen?

  • Passwort: mit Aufwand. Zurücksetzen und Richtlinien ja – aber nicht kontrollieren, wo das Passwort überall eingegeben, notiert oder wiederverwendet wurde.
  • Passwort + SMS: mit Aufwand. Registrierte Apps und Rufnummern sind im Verzeichnis sichtbar und entfernbar. Das Passwort selbst lässt sich zurücksetzen, aber nicht kontrollieren, wo es überall eingegeben oder notiert wurde.
  • Passwort + TOTP: mit Aufwand. Registrierte Apps und Rufnummern sind im Verzeichnis sichtbar und entfernbar. Das Passwort selbst lässt sich zurücksetzen, aber nicht kontrollieren, wo es überall eingegeben oder notiert wurde.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Registrierte Apps und Rufnummern sind im Verzeichnis sichtbar und entfernbar. Das Passwort selbst lässt sich zurücksetzen, aber nicht kontrollieren, wo es überall eingegeben oder notiert wurde.
  • Passwort + Push: mit Aufwand. Registrierte Apps und Rufnummern sind im Verzeichnis sichtbar und entfernbar. Das Passwort selbst lässt sich zurücksetzen, aber nicht kontrollieren, wo es überall eingegeben oder notiert wurde.
  • Passkey: mit Aufwand. Die Kopien liegen beim Passkey-Anbieter, unter Umständen im privaten Konto der Person. Entziehen lässt sich der Passkey beim Dienst, wo er überall liegt, sieht die IT nicht.
  • Passkey: gut lösbar. Der Passkey bleibt auf einem bestimmten, idealerweise verwalteten Gerät und lässt sich beim Dienst sperren.
  • Sicherheitsschlüssel: gut lösbar. Die IT kann zugelassene Schlüsselmodelle festlegen, Schlüssel ausgeben, zurücknehmen und beim Dienst sperren.

Annahmen

  • Passwort: Passwort individuell, aber vom Menschen eingegeben; kein zweiter Faktor.
  • Passwort + SMS: Einmalcode an die hinterlegte Mobilfunknummer.
  • Passwort + TOTP: Authenticator-App erzeugt zeitbasierte Codes (RFC 6238) aus einem beim Einrichten geteilten Startwert.
  • Passwort + Push: Einfache „Genehmigen/Ablehnen“-Abfrage. Microsoft Authenticator verlangt für Entra-Konten inzwischen standardmäßig den Nummernabgleich – andere Anbieter nicht unbedingt.
  • Passwort + Push: Die Zahl vom Anmeldebildschirm muss in der App eingegeben werden.
  • Passkey: Passkey im Konto eines Passkey-Anbieters (Betriebssystem oder Passwortmanager), auf mehreren Geräten verfügbar.
  • Passkey: Passkey bleibt auf einem Gerät, z. B. in Microsoft Authenticator oder Windows Hello for Business.
  • Sicherheitsschlüssel: FIDO2-Sicherheitsschlüssel mit PIN; Schlüssel lassen sich nicht exportieren.

Vereinfachtes Bewertungsmodell: Jede Bewertung folgt aus wenigen Eigenschaften des Verfahrens und einer ausdrücklich formulierten Regel – keine Gesamtnote, keine Rangfolge und keine Prüfung konkreter Produkte. Die tatsächliche Sicherheit hängt von Umsetzung, Einstellungen und begleitenden Maßnahmen ab (z. B. Gerätesperre, Wiederherstellungswege, Schulung).

Authentifizierungsstärke

Reicht diese Anmeldung für diese Anwendung?

Microsoft Entra ID kennt drei vordefinierte Authentifizierungsstärken: MFA, passwortlose MFA und phishingresistente MFA. Eine Richtlinie für den bedingten Zugriff verlangt eine davon. Probieren Sie aus, welche Anmeldung welche Anforderung erfüllt.

Anmeldung mit …
Die Anwendung verlangt …

Ergebnis

Anforderung erfüllt

Die Anmeldung erfüllt die verlangte Stärke. Weitere Bedingungen der Richtlinie (z. B. Gerätezustand) gelten zusätzlich.

  • Alle Bedingungen des Modells sind erfüllt.

Vereinfachtes Lernmodell auf Grundlage der vordefinierten Authentifizierungsstärken in Microsoft Entra ID (Microsoft Learn, Stand November 2026) – keine Nachbildung des bedingten Zugriffs. Eigene Stärken, Ausnahmen und weitere Bedingungen sind nicht abgebildet; Authentifizierungsstärken setzen Microsoft Entra ID P1 voraus. Synchronisierte Passkeys und Passkeys in Microsoft Authenticator führt die Microsoft-Seite zu den Stärken nicht gesondert auf – deshalb fehlen sie hier.

Modellregeln als Text

Alle Regeln werden geprüft; es gilt die strengste zutreffende Folge (Anforderung erfüllt → Stärkere Methode nötig).

  • Stärkere Methode nötig, wenn Anmeldung mit …: Nur Passwort – Ein Passwort allein erfüllt keine der drei Stärken – es fehlt der zweite Faktor.
  • Stärkere Methode nötig, wenn Die Anwendung verlangt …: Passwortlose MFA und Anmeldung mit …: Passwort + SMS oder Passwort + Authenticator (Push) – Passwort plus zweiter Faktor ist mehrstufig, aber nicht passwortlos.
  • Stärkere Methode nötig, wenn Die Anwendung verlangt …: Phishingresistente MFA und Anmeldung mit …: Passwort + SMS oder Passwort + Authenticator (Push) oder Telefonanmeldung per Authenticator – SMS, Push und Telefonanmeldung lassen sich über eine gefälschte Seite weiterreichen – sie erfüllen „phishingresistent“ nicht.

Vereinfachtes Lernmodell auf Grundlage der vordefinierten Authentifizierungsstärken in Microsoft Entra ID (Microsoft Learn, Stand November 2026) – keine Nachbildung des bedingten Zugriffs. Eigene Stärken, Ausnahmen und weitere Bedingungen sind nicht abgebildet; Authentifizierungsstärken setzen Microsoft Entra ID P1 voraus. Synchronisierte Passkeys und Passkeys in Microsoft Authenticator führt die Microsoft-Seite zu den Stärken nicht gesondert auf – deshalb fehlen sie hier.

Einführung

Die kritischen Momente einer Umstellung

Technisch ist ein passwortloses Verfahren schnell aktiviert. Über Erfolg entscheiden die Übergänge: die erste Registrierung, der Verlust und die Ausnahmen.

Eine neue Mitarbeiterin hat noch keine Methode registriert – und soll nie ein Passwort bekommen.

  1. Identität prüfenIT / FührungskraftPersönlich oder über einen vereinbarten Weg.
  2. Befristeten Zugang ausstellenITIn Entra ID z. B. ein befristeter Zugriffspass (Temporary Access Pass).
  3. Passkey registrierenPersonMit dem Pass anmelden und sofort einen Passkey einrichten.
  4. Zweite Methode hinterlegenPersonZweites Gerät oder zweiter Schlüssel für den Verlustfall.

Arbeitsfähig, ohne dass je ein Passwort existiert hat.

Alle Szenarien als Text

Erster Arbeitstag – Eine neue Mitarbeiterin hat noch keine Methode registriert – und soll nie ein Passwort bekommen.

  1. Identität prüfen: Persönlich oder über einen vereinbarten Weg.
  2. Befristeten Zugang ausstellen: In Entra ID z. B. ein befristeter Zugriffspass (Temporary Access Pass).
  3. Passkey registrieren: Mit dem Pass anmelden und sofort einen Passkey einrichten.
  4. Zweite Methode hinterlegen: Zweites Gerät oder zweiter Schlüssel für den Verlustfall.

Arbeitsfähig, ohne dass je ein Passwort existiert hat.

Verlust des einzigen Geräts – Das Smartphone mit dem gerätegebundenen Passkey ist weg.

  1. Identität prüfen: Nicht nur per Rückruf auf die bekannte Nummer – die könnte mit verloren sein.
  2. Befristeten Zugang ausstellen: Kurz gültig, nur einmal nutzbar.
  3. Passkey registrieren: Neuer Passkey; der alte wird beim Konto entfernt.

Wiederhergestellt auf demselben Sicherheitsniveau – nicht über SMS oder Sicherheitsfragen.

Gemeinsam genutzte Geräte – In Produktion oder Pflege teilen sich mehrere Personen einen Rechner.

  1. Gemeinsames Gerät nutzen: Persönlicher FIDO2-Sicherheitsschlüssel statt eines Passkeys auf dem gemeinsamen Gerät.
  2. Richtlinie verlangt Stärke: Phishingresistente Stärke für sensible Anwendungen.

Jede Person meldet sich mit ihrem eigenen Schlüssel an; auf dem Gerät bleibt nichts zurück.

Passwörter abschaffen – Alle haben einen Passkey – das Passwort gibt es trotzdem noch.

  1. Richtlinie verlangt Stärke: Erst für einzelne Anwendungen, dann breiter phishingresistente Stärke verlangen.
  2. Schwächere Methoden abbauen: SMS und Sprachanruf abschalten, Ausnahmen dokumentieren, Wiederherstellungswege prüfen.

Das schwächste verbleibende Verfahren bestimmt das Schutzniveau – deshalb wird es zuletzt, aber gezielt abgebaut.

Typische Missverständnisse

Passwortlos heißt phishingresistent.

Nicht automatisch. Die Telefonanmeldung per Authenticator-App kommt ohne Passwort aus, lässt sich aber über eine gefälschte Seite auslösen. Phishingresistent sind nur Verfahren mit kryptografischer Bindung an den Dienst, etwa Passkeys, Windows Hello for Business, Sicherheitsschlüssel oder Zertifikate.

Ein Code aus der Authenticator-App ist so gut wie ein Passkey.

Gegen wiederverwendete Passwörter hilft beides. Gegen Echtzeit-Phishing nicht: Ein Code lässt sich weitergeben, eine an die Domain gebundene Signatur nicht. NIST zählt Einmalcodes ausdrücklich nicht zu den phishingresistenten Verfahren.

Wenn alle Passkeys haben, ist das Passwort egal.

Solange Passwort plus SMS noch funktioniert, wählt ein Angreifer diesen Weg. Erst wenn eine Richtlinie die stärkere Methode verlangt oder die schwächere entfernt ist, wirkt der Passkey voll.

Biometrie wird zentral gespeichert.

Bei Passkeys und Windows Hello for Business wird das biometrische Merkmal nur lokal auf dem Gerät geprüft. Weder Dienst noch Verzeichnis erhalten es.

Passwortlos ist nur etwas für große Unternehmen.

Gerade kleine Teams profitieren: weniger Zurücksetzen von Passwörtern, weniger erfolgreiche Phishing-Versuche. Aufwendig wird es nur, wenn Wiederherstellung und Ausnahmen nicht vorher geregelt sind.

Mögliches Vorgehen

Schrittweise zur passwortlosen Anmeldung

  1. Ausgangslage erfassen

    Welche Methoden sind registriert, welche Anwendungen hängen am Verzeichnis, welche nicht?

  2. Zielbild je Personengruppe

    Administration phishingresistent und gerätegebunden; Mitarbeitende Passkey; Sonderfälle wie gemeinsame Geräte eigens.

  3. Registrierung absichern

    Befristeter Zugang für die Erstregistrierung, klare Anleitung, zwei Methoden je Person.

  4. Richtlinien schärfen

    Authentifizierungsstärke zuerst für sensible Anwendungen verlangen, dann ausweiten.

  5. Altlasten abbauen

    SMS, Sprachanruf und reine Passwortanmeldung gezielt abschalten; Ausnahmen dokumentieren.

Wie passwortlos kann Ihre Anmeldung werden?

Wir schauen gern gemeinsam auf Ihre Ausgangslage und besprechen, welcher Weg zu Ihrer Umgebung passt – individuell und ohne Paketversprechen.

Kontakt aufnehmenPasskeys im Detail